Die vorliegende Einspielung gilt absolut zu Recht als Referenzaufnahme. Die Hauptrollen sind mit Renée Fleming (Rusalka), Ben Heppner (Prinz), Dolora Zajick ( Hexe) perfekt besetzt. Das Orchester unter der Leitung von Charles Mackerras musiziert schlichtweg hinreißend. Die Oper wird in tschechischer Sprache gesungen, doch wird man wenig Mühe haben, dem Geschehen zu folgen, weil alle Personen so authentisch vermitteln, was sie fühlen. Ben Heppner ist ein kraftvoller Tenor. Seine Stimme spricht in allen Lagen gut an und weiß durch strahlende Spitzentöne zu begeistern. Zajick vermag der Hexe das nötige Maß an Hohn und Grusel zu verleihen. Die wohl berückendste Leistung dieser Aufnahme erbringt Renée Fleming. Ihre Stimme transportiert alles, was Rusalka ausmacht. Ihr „Lied an den Mond" ist eine der schönsten Arien, die ich je gehört habe, atemberaubend, wie sie mit schier endlosem Atem Spitzentöne hält und leuchtende Bögen der Sehnsucht spannt. Überhaupt lebt die Oper besonders von den großen Szenen der Rusalka. Man muß erleben, wie Fleming sich gegen ihr unabwendbares Schicksal aufbäumt, wie sie liebt und leidet und endlich doch erkennen muß, dass ihr Traum von der Liebe zum Prinzen sich nicht erfüllt. Die süße, schwere Musik erreicht an Dichte ihren Höhepunkt beim Finale der Oper, als Rusalka den Prinzen einen Kuss gibt, der ihm den Tod bringt. Nachdem die letzten Töne verklungen sind, hat man keine Fragen mehr, ist erschüttert, bewegt und glücklich zugleich, bei jedem neuen Anhören. Eine wundervolle Opernaufnahme, die man unbedingt besitzen muß!