Mit den Biographien der rororo-Reihe bekommt der interessierte Klassikfan meist eine gute Einführung zum jeweiligen Komponisten in die Hand. Besonders gut hat mir die Dvorak-Biographie von Kurt Honolka gefallen: der Autor holt immer wieder weit aus, um die geschichtlichen und gesellschaftlichen Zusammenhänge in Tschechien des 19. Jahrhunderts zu veranschaulichen. Das klingt jetzt vielleicht langweilig, ist es aber in keinster Weise. Diese Portion "Geschichte" bringt einem den Komponisten Dvorak, aber auch Smetana und Suk, wirklich nahe. Diese Zusammenhänge ermöglichen auch erst das Verständnis für Dvoraks "amerikanische" Musik (z. B. die 9. Symphonie) und seine Rückkehr aus den USA. Honolka gefällt durch einen flüssigen und gut leserlichen Stil, der zuweilen sogar spannend werden kann (etwa wenn Dvorak auf dem Gebiet der Oper einfach kein "Hit" gelingt). Das Taschenbuch wird abschließend durch eine Zeittafel, durch ein kleines Werkverzeichnis, durch Aussagen anderer Komponisten/Musiker und durch eine Bibliographie ergänzt.