Auch wenn der Titel der CD vielleicht ein wenig kitschig klingt; diese CD schafft es tatsächlich, ein ganz neues Licht auf das viel gespielte Cello Konzert von Dvorak zu werfen. Ich persönlich bin mit einer fantastischen Aufnahme vom "Dvorak-Konzert" mit dem jungen Rostropovich und Adrian Boult aufgewachsen. Und nachdem dieses zeitlos herrliche Stück von allen Großen der Cello Geschichte auf LP und CD vielfältig verewigt worden ist, fragt man sich zunächst schon, ob dem noch etwas hinzu zu fügen ist.
Ich muß sagen, nach dem Hören dieser Sony Aufnahme mit Jan Vogler ging es mir wie nach einem großartigen Lifekonzert, wenn man das Gefühl hat, ein altbekanntes Stück ganz neu erlebt zu haben. Natürlich (und zum Glück) erfindet Vogler das Stück nicht neu, auch wenn einige Tempi überraschend flott sind. Aber sein Spiel hat eine Unmittelbarkeit und Authentizität wie sie unter der jüngeren Interpretengeneration selten geworden zu sein scheint. Diese Interpretation, unterstützt von den fabelhaften New Yorker Philharmonikern, schafft jedenfalls das Kunstück, sich mit Hingabe völlig in den Dienst der Musik zu stellen und gerade dadurch eine unverwechselbare, persönliche Note zu bekommen.
So, und nur so, läßt man sich das Dvorak Konzert mit Vergnügen nochmal neu servieren...
A propos "servieren": Der "Hauptgang" wird auf dieser CD von Liedern umrahmt, die im Konzert zitiert werden. Das, finde ich, ist eine gelungene Idee, besonders auch, daß dem Konzert das Lied "Laßt mich allein" vorangestellt ist. Wenn die Melodie im langsamen Satz im Cello wieder auftaucht hat man den Text noch im Ohr, was der Stelle eine noch tiefere Melancholie verleiht.
Die Kombination mit den Liedern und eine ausführliche Textbeilage lüften tatsächlich das eine oder andere wissenswerte "Secret" über die Entstehungsgeschichte des Cello Konzerts.