K'Naan ist ein somalischer Rapper, der in Kanada lebt und dafür gesorgt hat, dass 2005 ein außerordentlich starkes Hip-Hop Jahr war. Seinen Anteil hat er mit seinem Album "The Dusty Foot Philosopher" gegeben, welches schlichtweg als Meisterwerk zu bezeichnen ist.
K'Naan selber ist ein poetischer, nachdenklicher, fast schon phisolophischer (wie der Albumtitel erahnen lässt) Musiker, der mit seinen intelligenten und aussagekräftigen Texten sehr zu überzeugen und zu unterhalten weiss. Nicht selten berichtet er von seiner gefährlichen afrikanischen Heimat, zu sagen hat er aber auch über viele andere Dinge, wie etwa über den Hip-Hop generell ("What's Hardcore", "If Raps Get Jealous").
Es macht Spass, seinen Texten zuzuhören, die, wie gesagt, interessant und originell sind; was dieses Album aber einzigartig macht und zu einem richtigen Klassiker der Neuzeit, ist die neuartige, vorher nicht in der Form dagewesene Musik, die K'Naan hier praktiziert hat. Man hat das Gefühl, zum ersten Mal in der Hip-Hop Geschichte ein "afrikanisches Hip-Hop Album" zuhören. Vielleicht kennen einige noch die Gruppe "Arrested Development", die ähnliches im Jahre 1992 geschaffen haben, aber K'Naan pefektioniert diesen Stil. Er benutzt passende Musikinstrumente (z.B. Gitarre, Rasseln und Trommeln bei "Hoobaale"), verwendet Geräusche (wie das Wasserplätschern im Intro oder das Klatschen bei "In The Beginning" ), leistet seinen Beitrag was Stimme und Schnelligkeit angeht (er singt in "I Was Stabbed By Satan", powert sich bei "Soobax" aus, meditiert aber auf der anderen Seite ruhig und nachdenklich in "Hoobale") und gebraucht minimalistische Mittel, die ein vollkommenes Hörerlebnis erschaffen (etwa das Pfeifen in "The Dusty Foot Philosopher").
All diese Faktoren zusammen ergeben diese außergewöhnliche Platte, die ein musikalisches Erlebnis der besonderen Sorte darstellt. Elemente, die diese CD zu einem "afrikanischen Hip-Hop Album" (ich nenne es mal so) machen, sind vor allem, neben der musikalischen Untermalung, das "African Feeling", welches K'Naan erstellt, beispielsweise beim Track "Hoobale", bei dem man sich vorstellen kann, wie K'Naan abends bei einem Lagerfeuer (vielleicht noch in einer Wüste o.ä.) mit wenigen musikalischen Mitteln für eine wundervolle Stimmung sorgen kann, oder beim dichterischen Vorspiel von Seiten K'Naans vor dem ebenfalls genialen Song "Until The Lions Learns to Speak", oder auch beim überaus lebendigen "Soobax" (mit Trommeln, Geschrei und viel "musikalischen Lärm" im Hintergrund).
Die Vielfalt dieser Platte kennt keine Grenzen, K'Naan weiss seinen Zuhörer eine gute Stunde lang auf höchster Qualität zu unterhalten, sowohl auf musikalischer, als auch auf textlicher Ebene, "The Dusyt Foot Philosopher" bringt ein neuartiges Feeling mit sich und darf, meiner Meinung, zurecht den Anspruch auf das beste Hip-Hop Album 2005 erheben.