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Durst. 5 CDs [Audiobook] [Audio CD]

Michael Kumpfmüller , Petra Barthel
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Audio CD: 8 Seiten
  • Verlag: Lifetime Audio; Auflage: 1., Aufl. (7. April 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3939121029
  • ISBN-13: 978-3939121022
  • Größe und/oder Gewicht: 14,1 x 12,6 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 895.176 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Michael Kumpfmüller
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Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Die Zeit, 25.09.2003
Für Verena Auffermann ist dieser Roman um eine junge Frau, die ihre beiden Kinder in der Plattenbauwohnung einschließt, zu ihrem Liebhaber geht und die Kinder damit dem Tod durch Verdursten überlässt, gescheitert. Die Handlung beruht auf einem wahren Fall, der sich 1999 zugetragen hat, weiß die Rezensentin, und sie empfindet die Idee des Autors, die Geschichte sowohl aus der Sicht eines neugierigen Erzählers, als auch in inneren Monologen der Frau zu erzählen, eigentlich als "gelungene Annäherung. Doch stört die Rezensentin, dass Michael Kumpfmüller die Kommentare und Bestandsaufnahmen der jungen Mutter mitunter in Pathos kippen lässt. Durch das Springen zwischen den beiden Stimmen werde zudem mitunter völlig unklar wird, wer gerade spricht. Die "philosophischen Anwandlungen" der Protagonistin findet sie schlicht nicht glaubwürdig; so mag es Auffermann der Figur nicht abnehmen, wenn sie beispielsweise "vom besseren Selbst faselt" oder poetische Betrachtungen von sich gibt. Hier fehlt die Konsequenz, so die Rezensentin streng, die moniert, der "harte Fall" sei zu "weich erzählt".

© Perlentaucher Medien GmbH
Buchnotiz zu : Die Tageszeitung, 26.08.2003
Erstaunt und positiv überrascht zeigt sich Oliver Pfohlmann angesichts des neuen Romans von Michael Kumpfmüller, der so ganz anders ausgefallen ist als dessen "süffig erzähltes" Debüt und Schelmenepos "Hampels Fluchten". Jetzt also ein tragischer Stoff, noch dazu aus der Wirklichkeit genommen, zum Protokoll eines Kriminalfalls verarbeitet, das laut Pfohlmann dennoch weit mehr als das Protokoll eines Verbrechens umfasst: eine Mutter, die ihre zwei kleinen Kinder zwei Wochen lang in ihrer Wohnung sich selbst überlässt, so dass diese verdursten müssen. Kumpfmüller lässt sich auf das Risiko ein, chronologisch aus der Perspektive der Frau zu berichten, einen "Tunnelblick" zu wagen, schreibt Pfohlmann, in dem die widerstreitenden Gefühlslagen der Frau, ihr amoralischer Lebenswille, ihr schwaches Ego, ihr Alleingelassensein in einer kommunikationsunfähigen Umgebung zur Sprache kommen: in einer "atemloses, empathischen Prosa aus Sätzen, die immer etwas weiter gehen, als man denkt". Der Leser werde dabei, merkt Pfohlmann an, zum Psychoanalytiker und Gesellschaftskritiker in einem, denn so sachlich sich die minutiöse Rekonstruktion der Geschichte gebe, setze sie doch einen großen Erklärungsbedarf frei. Insofern sei "Durst" ein zutiefst menschliches Buch, das einer Meditation über das Böse in der Gesellschaft gleichkommt, ohne anklagend zu sein.

© Perlentaucher Medien GmbH
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

In der Hitze des Hochsommers, als selbst die Grünflächen in ihrer Wohnsiedlung versteppen, versucht eine junge Frau, aus ihrem Leben zu fliehen. Sie packt einen Rucksack und macht sich davon. Zurück bleiben ihre beiden kleinen Kinder und ein paar Päckchen Saft. Die Frau will nicht lange fortbleiben, und obwohl sie nicht weit kommt, findet sie nicht mehr zurück. In seinem zweiten Roman lässt sich Michael Kumpfmüller auf ein Thema ein, vor dem sich die Gesellschaft mit Abscheu und Dämonisierung schützt: eine Mutter, die tötet. Die Frage nach dem Naheliegenden leitet die Erzählung: Was, um alles in der Welt, treibt diese Frau, während in ihrer Wohnung das Entsetzliche geschieht? Mit kühlem, niemals anklagendem Blick begleitet Michael Kumpfmüller seine Figur dreizehn schwere Tage lang. In einer klaren, protokollartigen Sprache beschreibt er ihre ziellosen Wege, ihre ruppigen Liebschaften und ihre Einkaufstouren, die sie auch in Spielwarenabteilungen zu den Kuscheltieren führen. Und wie an unsichtbaren Fäden zieht es sie immer wieder in die Nähe ihrer Wohnung. Tag für Tag setzt sie neu an, doch sie ist zu schwach, um heimzukehren. Schichtweise wird ihr mörderisches Versagen freigelegt, und wir ahnen voller Unbehagen, dass es mit Schwäche und Angst viel mehr zu tun hat als mit seelischen Defekten. Michael Kumpfmüller beweist mit diesem Buch, wozu die Literatur im besten Fall im Stande ist - Erkenntnis zu schaffen abseits von schieren Fakten und Psychologie. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Beklemmende Gewissenlosigkeit 25. September 2003
Von Nola272
Format:Gebundene Ausgabe
Mit seinem Debüt („Hampels Fluchten") vor drei Jahren hat der in Berlin lebende Autor für einen Überraschungserfolg gesorgt. Scheitern und Verantwortungslosigkeit vor dem Hintergrund der Lebensgeschichte des Bettenverkäufers Heinrich Hampel protokollierte er liebenswert genau.
Sein neues, schmaleres Buch umreißt für den Zeitraum von dreizehn Tagen Stationen eines verschwommenen Lebens: Für eine Frau Anfang Zwanzig besteht es aus einer Abfolge ununterscheidbarer Tage. Sie hat drei Kinder von drei verschiedenen Vätern und ein gestörtes Verhältnis zu ihren Eltern im gleichen Wohnblock zwei Eingänge weiter.
Eines Tages macht sie sich auf und davon, auch wenn sie nicht weit kommt und lediglich Kreise zieht um ihren tristen Lebensmittelpunkt nahe eines Einkaufszentrums namens „Paradies". Das Leben würde ihr eines Tages schon noch gefallen, glaubt sie, „wenn sie endlich wüsste, wer sie war". Ihre Kinder lässt sie eingesperrt in der Wohnung zurück
Wenn die junge Frau auf ihren Wegen durch einen heißen Juni immer wieder Durst überfällt - nach Wasser, nach Alkohol, nach den Männern, nach dem Einkaufen - wie quälend müssen dann ihre beiden kleinen Söhne dursten, mit ein paar Tetrapacks voll Saft tagelang eingeschlossen?
Es ist ein unbegreifliches, grausiges Szenario, das Kumpfmüller nach Motiven eines authentischen Falles entwirft. Kalt und beklemmend aus der Perspektive der jungen Frau erzählt, die durch ihr Leben stolpert, beschreibt der Autor sie zugleich schonungslos, als taxiere er seine Figur aus der Entfernung, ohne das Wort Schuld zu verwenden. Es ist vermutlich eine der wenigen Romanfiguren, die nichts, aber auch gar nichts Sympathisches haben.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Faszination Wahnsinn 18. Juni 2004
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Michael Kumpfmüller schafft es sich in die Welt der verwirrten und emotional verhungerten Mutter einzufühlen. Wir erleben ausschließlich ihre Sicht der Dinge. Die Verzweiflung, das immer wieder aufkeimende Schuldbewußtsein, das tief in der Mutter schlummert, die ihre Kinder in der Wohnung zurücklässt, das Wissen falsch zu handeln und dennoch nichts ändern zu können, durchzieht diesen Roman. - Und lässt ihn abstoßend und fasziniernd zugleich werden. Als Leser möchte man den Kindern zur Hilfe eilen, kann aber den Teufelskreis in dem die Mutter gefangen ist, damit auch die Kinder, einfach nicht durchbrechen.
Ich musste diesen Roman in einer Nacht durchlesen, weil ich dem Sog des Wahnsinns und der Not der Mutter nicht entweichen konnte. Das Buch kann nur jedem empfohlen werden, der bereit ist Kinder zu schützen und die Fähigkeit hat diese verzweifelte Mutter auch als Opfer zu begreifen. - Ohne das Verhalten zu entschuldigen!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Nachdem ich gerade das hervorragende neue Buch von Kumpfmüller, "Die Herrlichkeit des Lebens" gelesen habe, muss ich mich auch noch einmal zu meinem bisherigen Lieblingsbuch "Durst" äußern.

Denn die Bücher haben gar nichts und doch so viel gemein. Gemein haben Sie die Art, wie Kumpfmüller seine Protagonisten begleitet, die Distanz wahrt, keine offensichtlichen Wertungen unternimmt und so, scheinbar ohne uns Erklärungen zu geben, nah an ihnen, deren Geschichte erzählt. Die Wertungen und Urteile und Gefühle überlässt er uns. Das ist für mich Kunst.

Dass es für den Leser fast schon unerträglich ist, der Geschichte einer Frau, die - und das ist das grausame - eigentlich gar nichts tut, auf jeden Fall gar nichts schafft, eigentlich auch gar nichts will, zumindest nichts, was über ein unkonretes Wollen hinausgeht - deren Kinder aufgrund des Nichts tun aber sterben, zu folgen ist wohl wahr.

Warum das allerdings bei allen anderen Rezensionen dazu führt, dass sie nur 4 Sterne vergeben, verstehe ich nicht. Denn Kunst darf auch mal weh tun. Und das tut dieses Buch auf höchsten künstlerischen und sprachlichen Niveau.
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