57 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Analysieren, forschen, mit Glück finden, 7. Juni 2008
Rezension bezieht sich auf: Durchstarten zum Traumjob: Das Handbuch für Ein-, Um- und Aufsteiger (Taschenbuch)
Hallo,
bei der Beschäftigung mit dem Thema "Bewerbung" bin ich auf das Buch "Durchstarten zum Traumjob" gestoßen, das eine Art "Referenz" in diesem Bereich darstellt / darstellen soll.
Entsprechend erwartungsvoll bin ich an das Werk herangegangen.....
Zunächst einmal zwei Bemerkungen:
1. das Buch ist ein Arbeitsbuch. - Wer es nur durchliest, ohne die Aufgaben zu machen, zieht nur minimalen Nutzen daraus, auch wenn man dabei sicher den "großen Gedanken" dahinter erfassen kann.
Und 2. es ist kein Ratgeber für Themen wie "Wie schreibe ich eine Bewerbung.", "Wie gliedere ich meinen Lebenslauf.", "Welche Arten von Anschreiben und Lebensläufen gibt es überhaupt." - "Kann ich den LL per Handschrift präsentieren oder....." usw.. - Also: es ist kein Buch - oder nur begrenzt - für Menschen, die eine "technische" Anleitung zur Bewerbung suchen.
R.N. Bolles Buch setzt einen Schritt weiter zurück an, oder zwei: das Hauptthema ist die Frage der Motivation: also Dinge wie: "Was möchte ich im Leben?" - "Womit möchte ich arbeiten." - "Wo sind meine Schwerpunkte?" usw..
Das Werk, genaugenommen der eigentliche Teil, in dem es dann tatsächlich um den "Traumjob" geht - nachdem man - wenn man das Buch von vorne liest - zuerst einmal 100 Seiten durch hat -, bietet einen Drei-Phasen/Schritte-Weg:
a) Die Analyse: "wo" stehe ich, was will ich, was kann ich gut, wohin geht mein Weg / soll er
gehen?
b) dann intensive Recherchen über das zukünftige Arbeitsfeld und den Arbeitsplatz, schließlich
c) der eigentliche "Angriff" auf den "Traumjob".
So. Schritt a) möchte ich unbedingt mit der Note 1* bewerten. - Das ist eine ungemein gute Methode zur Selbstanalyse, bei der es richtig "spannend" werden kann. - R. N. Bolles bietet dazu zwei Ansätze, einen eher intuitiven, bzw. wenn man schon ungefähr weiß, wo man steht, und einen - allerdings sehr gewöhnungsbedürftigen - technischen Weg, den ich jedem Leser / Durcharbeiter des Buches empfehlen möchte, auch wenn man erst "hineinfinden" muß.
- "Die Blume" ist eine ausgezeichnete Erfindung, um sich auf das - für den "Traumjob" - Wesentliche konzentrieren zu können.
Meine Empfehlung: Schritt a) unbedingt bearbeiten.
Nun zu b) Leider "brökelt" die Farbe an dem "Bolles-Standbild" nun schon. - Und zwar nicht, weil der zweite Teil wirklich "harte Knochenarbeit" erfordert, sondern weil er ziemlich unrealistisch anmutet. - Dieser zweite Teil ist derjenige, bei dem intensiv "gesiebt" wird, und zwar sehr engmaschig. - Wer diesen Bereich meistert, findet seinen Traumjob oder er versinkt - vorher oder nachher - in "Desillusion".
Diese ganze "Ermittlungsphase" ist sehr gut beschrieben, und man fühlt sich "an die Hand genommen". - Allerdings scheint sich Herr Bolles nicht so recht klar darüber zu sein, dass er kein Buch zum Thema "Wie verkaufe ich (mich) besser als alle anderen." schreiben wollte/sollte (oder vielleicht doch?), sondern eines für Menschen, die nur zu einem geringen Prozentsatz wirkliche Verkäufernaturen sind / wenn man alle betrachtet, die sich nach einer Änderung in ihrem Beruf umsehen. - DAS ist die größte Kritik an dem Buch.
- In dieser "Ermittlungsphase" wird der "Suchende" angeleitet, stetig und immer wieder Kontakte zu knüpfen. - Kontakte zu allen möglichen Menschen; zu allen, die Informationen haben, die einem nicht vorliegen, und die man nicht so einfach ermitteln kann - auch nicht über das Internet.
- Sicher, Herr Bolles geht davon aus, was viele Menschen selbst wissen: wenn man nur ein eindeutiges Ziel hat und es unbedingt erreichen will, dann schafft man es auch, und steckt auch Rückschläge ein. - Ja, natürlich. - Und doch: Mein lieber Herr Bolles, 90% aller Menschen werden diese "Ermittlungsphase" nicht oder nicht "richtig" durchziehen, denn sie haben nicht das dazu notwendige hohe Frustrationspotenzial. - Wer schon einmal als Verkäufer (im Außendienst) gearbeitet hat, der weiß, wie der Weg mit Mißerfolgen gepflastert ist/sein kann (was einem schwer zu schaffen machen kann). - Und das, genau das wird viele Menschen früher oder später zu Fragen dieser Art bringen: will ich diesen "Traumjob" überhaupt? - "Gibt es nicht noch einen anderen Weg." - "Wenn der Weg so steinig ist: wieviele werden dann überhaupt ankommen?" Usw..
Mein Empfehlung zu Schritt b): tun Sie es, wenn Sie wollen, und/aber halten Sie die Augen nach Alternativen offen. - Viele Wege führen zur Erfüllung Ihres Traumes.
Und nun noch Schritt drei (c)): obwohl auch er wieder - wahrscheinlich frustrierende - "Recherche" enthält, führt er in der Endphase a) vielleicht zum "großen Glück" und b) er bietet einige sehr gute Hilfen zur Vorstellung in Unternehmen, die "Traumjobs" anbieten, oder - ohne es noch zu wissen - für "Traumjobsucher" zu schaffende Traumjobs haben (werden).
Meine Empfehlung für Schritt c): auf jeden Fall damit beschäftigen. - Er bietet einige wirklich hilfreiche Informationen und Tipps.
Nun noch ein paar Anmerkungen zu diesem Werk:
Die ersten 100 Seiten beschäftigen sich mit Informationen zu "herkömmlichen" Bewerbungsmethoden und deren Wirksamkeit. - Das ist schön, aber letztlich - abgesehen von den Kernaussagen - nicht besonders hilfreich. - Diese 100 Seiten hätte man auf 50 bis 30 Seiten kürzen können.
An o.g. Punkt b) (zweiter Schritt) ist dem Buch der US-amerikanische Ursprung anzumerken: es mutet so an, als ob man "an" jeder Hand fünf "Freunde" hätte, oder sich schnell beschaffen könnte. (Wenigstens das, was "über dem großen Teich" unter "Freunde" verstanden wird.)
Es gibt auch eine "Hilfe" für "Schüchterne" in Sachen der "Ermittlungen", siehe o.g. Punkt b), weil Herr Bolles sich selbst auch als schüchtern einstuft. - Leider sind diese Hinweise so banal, nach dem Motto: "wie spreche ich mit Menschen überhaupt", dass ich darauf gar nicht eingehen möchte.
Weiter: obwohl sich das Buch an alle richtet, die sich neu- oder umorientieren möchten, so ist es tendenziell doch eher etwas für jüngere Menschen, frühe Umsteiger. - Denn wer diese "Ochsentour" aus Schritt b) machen soll, der muß auch genügend flexibel sein: "ältere" Menschen als - auf jeden Fall älter als "jüngere" - werden das sicher nicht lange mitmachen, außer wenn sie "aufs Äußerste" entschlossen sind.
Was an dieser deutschen Ausgabe wiederum gut ist: das Buch kommt zwar aus dem Amerikanischen, ist aber auf deutschsprachige Verhältnisse übertragen und bietet somit etwas für Deutschland, Österreich und die Schweiz - z.B. Recherchequellen.
Um nicht doch noch einen Roman zu schreiben, hier das Fazit:
Das Buch ist gut, bietet sehr viel Input. - Aber es bedarf des entsprechenden "Bodens", damit die "Saat" aufgehen kann. - Der Weg des Herrn Bolles ist kein Spaziergang (was er auch nicht behauptet), aber ebenso sicher nicht ein Ritt durch einen dunklen Wald bei Blitz und Donner, sondern eher eine Fahrt im tosenden Sturm. - Wer ihn durchkämpft, wird zu den glücklichen Siegern gehören, und den Autor lieben. - Wer das nicht schafft, kommt auch an, nur eben nicht auf dem Weg von Richard N. Bolles.
Der Anspruch des Buches - es gar als "Referenz" einzustufen - ist überhöht. - Es ist ein solides Werk, das einen entbehrungsreichen Weg zur Wunscherfüllung aufzeigt. - Nicht jedermanns Sache: aber auch nicht niemandes.
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Die Wahrheit über dieses Buch, 25. Februar 2005
Nachdem ich jetzt diese deutschsprachige Version zum drittenmal bearbeitet habe (1999, 2002 und jetzt 2004) möchte ich Folgendes richtigstellen:
Seit 2000 wird das Buch von bekannten Autoren (oder deren Ghostwritern) seitenweise abgeschrieben, zum Teil wortwörtlich. Das Original ist "der" Bolles, nicht die Abschreiber.
Die Ausgabe 2004 unterscheidet sich von der von 2002 (die ich ebenfalls selbst übersetzt habe) durch eine Neustrukturierung (ich durfte das Original von Dick Bolles mit seinem Einverständnis modifizieren, Dick selbst hat für die amerikanische Ausgabe 2005 einiges in seinem aktuellen Vorwort aufgegriffen): vorne finden sich aktuelle Fakten zum deutschen Arbeitsmarkt, der Anhang wurde durch exzellente Recherchequellen ergänzt, wie sie in keinem anderen Buch in Deutschland zu finden sind. Sprachlich kann es sich kaum von der früheren Ausgabe verändert haben, da die meisten Teile identisch sind.
Das Kapitel "How to Find Your Mission in Life" haben der Verlag und ich von Anfang an deshalb nicht für die deutsche Ausgabe übernommen, weil sie unserer Einschätzung nach hierzulande befremdend wirken können. Nachdem Literaturagenten von 40 Verlagen deutschen Absagen erhalten hatten, weil das Buch angeblich "zu amerikanisch" sei, ist es mir nach jahrelanger Lobbyarbeit überhaupt gelungen, den Campus-Verlag für eine eigenständige deutschsprachige Version zu gewinnen, für die ich fachlich zuständig war und bin. Statt des "Mission"-Kapitels habe ich das Kapitel "Umgang mit Depressionen" eingefügt, das sich in früheren Ausgaben des Originals befunden hat und das in keinem anderen Buch thematisiert wird.
Das Buch ist gegenüber der amerikanischen Ausgabe inhaltlich stark an den deutschsprachigen Raum angepasst. Ich habe zahlreiche Fakten und Informationen recherchiert und belegen können, dass sich die grundlegenden Aussagen von Dick Bolles auch hier bestätigen lassen, so dass die Kritik, das Buch sei "zu amerikanisch" eindeutig zu widerlegen ist - allerdings muss man es auch lesen.
Ansonsten hat sich der Verlag diesmal noch enger an das Original und an meine Empfehlungen gehalten, wofür ich sehr dankbar war und bin.
Da sich offenbar viele Interessenten an Rezensionen orientieren, die hier zu lesen sind, ist mir diese Richtigstellung wichtig. Dieser Weltbestseller (und das Original!) ist nach wie vor unüberboten.
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