"Durchsichtige Dinge", so wird uns zu Beginn des Buches erklärt, sind Dinge, "durch welche die Vergangenheit schimmert". Und solche Dinge gibt es in diesem Roman genug. Denn obwohl der Autor warnt, man solle die "Spannungsschicht dieser Dinge besser nicht beschädigen", weil man sonst leicht "aufrecht inmitten starrender Fische versinkt", widerfährt dem Leser genau eben das. Gemeinsam mit Hugh Person, dem Protagonisten des Romans, taucht der Leser in die Vergangenheit ein und begegnet dort einer gannzen Rehe "starrender Fische", die beweisen, dass die Zukunft keine Realität besitzt. Vladimir Nabokov gelingt es, diese "starrenden Fische" auf eine solch unterhaltsame Art und Weise zu präsentieren, dass ich gern in Hugh Persons Vergangenheit eingetaucht bin und ein wenig enttäuscht war, so schnell wieder auftauchen zu müssen. Denn dieser Roman bietet von seinem Umfang her zunächst Lektüre für nur einen einzigen Urlaubstag. Da er jedoch keine einfachen Antworten bietet, wirkt er noch viel länger nach. Mich hat das veranlaßt, ihn sofort noch einnmal zu lesen. Und erst bei der zweiten Lektüre wurde mir deutlich, wie viele Hinweise auf das finale Geschehen Nabokov von Anfang an gibt. Denn erst, wenn man das Ende der Geschichte kennt, wird man ihren Anfang und weiteren Verlauf in Gänze verstehen. Darin unterscheidet sich Nabokov von all den Romanciers, die nur in eine Richtung zu schreiben vermögen. "Durchsichtige Dinge" ist ein in jeder Hinsicht empfehlenswerter Roman.