Stellen Sie sich vor, Sie wiegen mit zwölf Jahren zwei Zentner - oder nur 30 Kg. Man verspottet Sie in der Schule und traut Ihnen nichts zu. Nun könnten Sie resignieren oder aber das Leben "beim Schopfe packen" und sich selbst und auch den anderen mal beweisen, was in Ihnen steckt. Markus und Ronald, als Kind der "Witz der Schule" haben letzteres getan. Sie umrundeten die Welt in 161 Tagen auf Fahrrädern, so schnell wie niemand vor ihnen. Dafür kamen sie ins Guinnessbuch. Unglaublich fast. Nun ist es aber so, dass nicht jeder Abenteurer und Sportler auch ein guter Schreiberling ist. Markus und Ronald sind es. Einfach herrlich und gleichzeitig traurig, wie die strapaziöse Reise mit Einblicken in ihr Kindheitsleben verwoben wird. Man durchlebt förmlich beim Lesen, was den beiden alles widerfuhr, ohne dass jede Blase, jedes Wehwehchen beschrieben wird. Das Buch ist unaufdringlich und aufrichtig, spannend, zum Weinen und Lachen zugleich. Eine wahre Rarität in der Welt der Abenteuerliteratur. Obendrein motiviert es dermaßen, mal selbst was auf die Beine zu stellen, gleich was, dass es fast Pflichtlektüre für jeden Frustrationsgeplagten werden müsste. Wie ich auf der Internetseite der beiden erfuhr, wurde das Buch vor einigen Jahren für den Internationalen Reisebuchpreis nominiert. Ich hätte das Buch gewinnen lassen.