25 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Psychologiebuch der etwas anderen Art, 29. Mai 2003
Rezension bezieht sich auf: Durchgeknallt: Seelensprung: Ein Leben in zwei Welten (Taschenbuch)
Mit 18 Jahren wird Susanna von einem Arzt, den sie nie zuvor gesehen hat und der sie ihren Angaben nach nur knapp eine halbe Stunde lang untersucht hat, in die psychiatrische Abteilung des berühmten McLean Hospitals eingewiesen. Ganze zwei Jahre dauert ihr Kampf, um das Attribut »Genesen« in Bezug auf ihre psychische Störung (Borderline Syndrom) in ihrer Akte lesen zu können.
Eindrucksvoll und vor Sarkasmus und schwarzem Humor nur so triefend schildert Susanna in einzelnen kurzen Kapiteln ihre Einweisung, zahlreiche Episoden mit ihren Mitpatienten auf der halboffenen Station sowie Begebenheiten mit den Schwestern, Pflegern und Ärzten.
Besonders angetan haben es mir die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu meiner Station - ich hab meinen Zivildienst nämlich auf der offenen Station der hiesigen Psychiatrie abgeleistet.
Mein Fazit: Unbedingt lesenswert! In diesen Buch erfährt der Psychologie-Interessierte weit mehr über das Innenleben und die Gedankenwelt von Betroffenen als aus allen Psycholgiebüchern, die ich kenne. Witzig und zugleich authentisch beschreibt Susanna Kaysen ihr Leben in den beiden Jahren auf der Station. Und mit nur knapp 200 Seiten können auch Lesemuffel mal etwas für ihre Bildung tun...
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
authentisch, 3. September 2006
Am Ende des Buches läuft alles auf eine Frage hinaus? Wo hört das Normal sein auf und wann fängt Verrückt sein an - und vor allem, wer bestimmt was Normal und Verrückt ist? Susanna Kaysen, bei der eine Borderline Persönlichkeitsstörung diagnostiziert wurde erzählt uns ihre Geschichte unsentimental, authentisch und mit leisem Humor. Da ich nach einem Klinik Aufenthalt mit derselben Diagnose entlassen wurde, begreife ich dieses Buch auf einer anderen Ebenen als "Normale" Leser. Als Betroffene kann ich nur sagen, Kaysen beschreibt die Realität ziemlich gut. Natürlich hat sich das Psychiatrie Wesen in den letzten Jahrzehnten stark veränder, trotzdem ist dieses Buch heute so aktuell wie 1968. Das Leben in einer Psychiatrie ist wie in einem Paralelluniversum, es ist der sichere Ort als auch das stigmatisierte Irrenhaus. Bis heute hat sich die von Kaysen beschriebene Seele einer Nervenheilanstalt nicht verändert. Leider begreifen diese Seele nur Personen die diese Erfahrung selbst gemacht haben.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Tiefgründiger als man glaubt, 18. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Durchgeknallt: Seelensprung: Ein Leben in zwei Welten (Taschenbuch)
Als ich mir das Buch gekauft habe, hatte ich ganz andere Vorstellungen davon. Der Grundgedanke war, dass ich den Film sehen wollte, ohne zu wissen dass ein Buch der Vorgänger war. Diese Geschichte ist kein Mädchenroman oder ähnliches!
Als ich den Film nirgends ausborgen konnte (vergriffen oder nicht mehr erhältlich) sah ich durch Zufall dass es ein Buch zu dem Film gab.
Gesehen-Gekauft-Gelesen => WoW
Erstens war es schockierend, dass die Geschichte keine Fiktion sondern Realität war, zweitens war ich überrascht dass es einen solchen Tiefgang hatte.
Außerdem hat sich die Autorin intesiv mit der Materie auseinandergesetzt und erklärt völlig verständlich für Jedermann wie schmal der Grad zum Wahnsinn ist.
Was mir auch sehr gut gefällt, ist die Tatsache, dass die Geisteskrankheiten sich im laufe der Jahre verändert haben und von immer anderen Ärtzen durch neueste Erkenntnisse anders ausgelegt werden. Natürlich ist das völlig klar, da sich die Wissenschaft und die Menschen immer weiter entwicklen, aber trotzdem - obwohl eine nebensächliche Erkenntnis- eine äußerst aufmerksame und wahre Erkenntnis.
Denn nur weil jemand behauptet man sei nicht normal, ist man vielleicht nur auf Grund SEINER Intepretation nicht normal... Nur hat man Pech, wenn es sich in diesem Fall um einen Arzt handelt, der einen auf diese Diagnose hin einweist. Davon handelt das Buch und gleichzeitig die erlebte Geschichte der Autorin.
Unbedingt lesen und selbst Gedanken dazu machen!
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