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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Nicht leicht, aber lohnend,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Durcheinandertal (Gebundene Ausgabe)
Dürrenmatts letzter vollständiger Roman hat viel mit seinem Lebenswerk zu tun. Es geht wieder einmal um die Suche nach einem unfassbaren Gott, um Religion, aber auch um derbe Bauernintrigen, eidgenössische Politik und Gaunereien. Ein ehemaliges Kurhaus dient jetzt einem Verbrechersyndikat als Versteck. Gleichzeitig richtet ein selbsternannter Heiliger darin aber eine Art Seelenheil-Anstalt für Reiche ein. Diese dürfen im Urlaub einmal arm spielen, um ihr Gewissen zu erleichtern und in den Himmel einzugehen. Gangster, Prediger und Dorfbewohner kommen sich in die Quere. Gleichzeitig spielt sich ein immerwährender Kampf zwischen dem Großen Alten (mit oder ohne Bart) und seinem Gegenspieler Belial ab. Wobei nie ganz klar ist, ob der Große Alte nun ein Verbrecherboss, der Liebe Gott oder vielleicht doch beides ist. Sicher keine leichte Kost, aber sehr inspirierend und provokativ.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Dürrenmatt's fabulierte Kritik der Gesellschaft,
Rezension bezieht sich auf: Durcheinandertal.Roman (Taschenbuch)
Das vom Gott und der Welt vergessene Durcheinandertal wird mit einem Schlag zu einem Nest der Verbrecher - das dortige Kurhotel wird von einem mysteriösen wie auch illegalen Syndikat zu einem Unterschlüpf für die international gesuchten Gangster verwandelt. Das Establishment wird unter dem Namen Haus der Armut" geführt und seine tatsächliche Bestimmung wird mit einem Netz von bizarren Arrangements mit der Politik, Justiz, mit Hilfe von Erpressung, Geld und Korruption geheim gehalten. So lange, bis der Frieden und die gewohnte Lebensweise der Dorfbewohner strapaziert werden. Ab dann ist der Durcheinandertal erst recht durcheinander: die Polizei jagt einen Hund; die Gangster bekommen neue Gesichter und niemand mehr kann sie auseinander halten - nicht mal sie selbst; der Gott und der Mafiaboss werden sich gefährlich ähnlich; und der Mörder wird zum Apostel eines neuen Glaubens. Das Ende des Romans lässt auf einen Akt der Selbstjustiz schließen. Das Böse wird in dem Durcheinandertal besiegt, die Dorfbewohner können zu ihren gewohnten Abläufen zurückkehren, bald ist Weihnachten.Der Roman verbirgt eine Kritik der korrupten Gesellschaft - bestechliche Justiz, verkäufliche Anwälte und Politiker, ängstliche und inkompetente Polizisten - in der der gesunde Menschenverstand und die Grundsätze der Gerechtigkeit keine Rolle spielen. Das Werk ist schwer zu lesen, denn ausgewiesene Dialoge sind eher rar und es besteht fast hauptsächlich aus einem Fliesstext (in den auch die Dialoge integriert werden). Kurze, sehr prägnante Sätze in der Manier einer Berichterstattung dominieren den Still des Romans. Kondensiert, hoch-dosiert, man soll sich am besten Zeit zum Lesen nehmen und am besten direkt ein paar Pausen einplanen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4.0 von 5 Sternen
Satire auf bekloppte Menschen und Romane,
Von
Rezension bezieht sich auf: Durcheinandertal.Roman (Taschenbuch)
1989 schrieb Dürrenmatt diese Erzählung, die in einem ziemlich verkorksten Tal in der Schweiz spielt. Dort taucht ein seltsamer Heiliger auf, der das Kurhaus des Dorfes in ein Erholungsheim für Milliardäre umbauen lassen will. Dabei unterstützt ihn Moses Melker, der alle seine Ehefrauen von eigener Hand ins Jenseits befördert hat und Gründer einer Sekte ist, die die Armut verehrt. Er mietet das Kurheim im Sommer, während es im Winter als Versteck für von der Polizei gesuchte Mitglieder des Syndikats herhalten muss. Da man in dem Tal keinen Fernsehempfang hat und weil das Kurhaus nur mit klassischen Romanen ausgestattet ist, ist es mit dem Freizeitangebot nicht weit her. Um sich zu zerstreuen, vergewaltigt einer der Insassen des Kurheims im Winter die Tochter des Bürgermeisters, der einen riesigen, bissigen Hund besitzt, welcher dem Freund des Vergewaltigers kräftig in den Hintern beißt. Nun überstürzen sich die Ereignisse, denn nun wird Jagd auf den Hund gemacht, an der sich sogar die Armee beteiligt... Eine chaotische Erzählung mit einem leider missglückten Schluss, in dem Melker im brennenden Kurhaus mit Gott hadert. Aber bis auf die letzten Seiten ein witziges Werk, eine Satire auf die schweizer Lebensart, aber auch auf die Literatur bestimmter Romanschriftsteller, die mit unglaubwürdigen Büchern nur so um sich werfen.
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