Das Buch überzeugt mit einer spannenden Darstellung der psychologischen Kriegsführung des US-Militärs. Jon Ronson schlägt hierbei den Bogen von der etwas phantastisch anmutenden Anwendung vermeintlich übersinnlicher Fähigkeiten hin zu inzwischen wohlbekannten Taktiken der psychologischen Zermürbung, vor allem durch das Abspielen extrem lauter und nerviger Musik. Der Autor beschreibt in witziger Weise Mittel und Doktrin der PSY-Waffen des US-Militärs und belegt das an einigen Beispielen, von denen das bekannteste wohl die Belagerung der Davidianer in Wako/Texas ist.
Durch die Lektüre dieses Buches wurde mir auch auf einmal klar, warum man vor allen in öffentlichen Verkehrsmitteln ständig aus irgendwelchen Handys oder I-Pods mit Musik beschallt wird. Das sind keine Schwerhörigen oder pubertierende Nervensägen, sondern Agenten feindlicher Mächte, die uns mit psychologischer Kriegsführung klein kriegen wollen.
Auf jeden Fall ist 'Durch die Wand' ein witziges Buch, dass allerdings eine ernst zu nehmende Botschaft transportiert: Die Kriege der Zukunft werden immer weniger auf dem Schlachtfeld mit konventionellen Waffen ausgetragen werden, sondern die "anderen Waffen" werden immer wichtiger in den zukünftigen Konflikten werden.