Sigdell ist bekannt für seine Rückführungstherapie, die er während langen Jahren an zahlreichen Menschen praktizierte und dabei auf diesem Gebiet unschätzbare Erfahrungen sammelte, die sich in einigen Büchern niederschlugen.
Mit dem vorliegenden Buch versucht er nun, anhand von dokumentierten Nahtoderlebnissen, Spontanerinnerungen und natürlich seinen eigenen Erkenntnissen als Rückführungstherapeut, zu beweisen, dass die Reinkarnation oder Wiedergeburt in der Bibel und anderen religiösen Werken, wie den Totenbüchern der Ägypter, der Mayas und des Tibets bereits Teil des Glaubens war. Es ist ihm vor allem ein Anliegen zu zeigen, dass die Reinkarnationslehre durchaus mit dem christlichen Glauben vereinbar, dass sie nicht unchristlich, sondern allenfalls unkirchlich ist.
Leider mangelt es dem Buch aus meiner Sicht an Tiefe, die der Titel 'Durch den Tod ins Leben' eigentlich verdienen würde. So kommentiert der Autor z.B. im Kapitel 'Stufen des Sterbens aus westlicher und östlicher Sicht' auf knapp zwei Seiten die fünf Phasen des Sterbens nach Elisabeth Kübler-Ross, zwei Seiten weiter ist er bereits bei der Lehre von den fünf Elementen angelangt und schliesst das Kapitel mit einer Beschreibung der Menschenwerdung nach der Samkhya-Philosophie ab (Kap. 12, S 151 ' 169). Auch über das Jahr 2012 und den Mayakalender verliert er ein paar Zeilen. Es werden viele Themen angeschnitten, aber keines wirklich vertieft. Dadurch wirkt das ganze Buch irgendwie verzettelt.
Abgesehen davon ist es von mir aus gesehen nicht nötig und führt zu nichts, die Reinkarnation gegenüber der Kirche oder Wissenschaft rechtfertigen zu wollen. Die Resultate der Rückführungen sprechen für sich. Jan Erik Sigdell und auch andere Autoren haben dies in ihren Büchern eindrücklich dokumentiert und sich mit dem Thema vetieft auseinandergesetzt. Die Reinkarnation ist letztendlich wissenschaftlich nicht beweisbar, da für die Naturwissenschaften die Seele ja nicht existiert. Allerdings kann auch nicht bewiesen werden, dass mit dem Tode wirklich alles fertig ist und wir demzufolge einmalig nur für eine relativ kurze Zeitspanne auf der Erde sind. Mit etwas Nachdenken und mit Hilfe entsprechender Bücher (auch von Sigdell; Phaidon von Plato ist diesbezüglich ebenfalls lesenswert) dürfte man dahinterkommen, dass es sich wahrscheinlich nicht so verhält. Es ist jedoch jedem selbst überlassen für sich zu den entsprechenden Schlüssen zu kommen.
Gut finde ich das Buch dort, wo der Autor seine eigenen Erfahrungen und Erkenntnisse als Rückführungstherapeut einbringt, wenn er das Karma erklärt und sich Gedanken über künftige Reinkarnationen macht. Also beim eigentlichen Kernthema von Sigdell. Schuster bleib bei deinen Leisten!