Edith Durham hat insgesamt 7 Bücher über ihre Reisen im Balkan verfasst. Dieses Buch übersetzt erstmals Auszüge aus den verschiedenen Büchern ins Deutsche. Wer sich generell für andere Kulturen interessiert oder speziell für die des Balkans, stößt hier auf eine wahre Fundgrube.
Aus der Sicht einer englischen Künstlerin um 1900 werden die Zustände der einzelnen Ländern beschrieben. Hierbei werden auch einige Beispiele ihrer Sitten und Gebräuche angeführt. Auch erfährt man von ihren eigenen Reisestrapazen und wie sie in der fremden Welt als alleinreisende Frau von den Einwohnern aufgenommen und angesehen wird. Obwohl es ein subjektiver Bericht ist, versucht sie doch so gut wie möglich Distanz zu wahren und objektiv und vorallem voruteilsfrei zu bleiben. Da die Berichte ungefähr 100 Jahre zurückliegen, ist es für den jetzigen Experten interessant einen Vergleich zu heute darzustellen.
Insbesondere fesselnd ist, wie sie die Krise im Balkanstaat aus einer ganz anderen Perspektive wahrnehmen kann, da sie mittendrin ist. Sie steht nicht auf einer bestimmten Seite, sondern lernt alle kennen mitsamt ihren Anklagen und Veruteilungen der anderen.
Daneben beinhaltet das Buch auch einige passende Zeichnungen der Autorin.
Ebenfalls gut sind die Vorbemerkung von Christine von Kohl und die Einleitung von Ingrid Steiner. Letztere gibt einen kleinen Überblick über das Leben Edith Durhams.
Dies alles macht die häufig vorkommenden Tippfehler wieder wett, die durch die Qualität des Buches und seiner Worte leicht übergangen werden können.