Franz Schubert schrieb einige der bedeutendsten Kammermusiken der Romantik. Seine beiden Klaviertrios können es ohne Frage mit den beethovenschen aufnehmen. Auch das Streichtrio ist durchaus hörenswert.
Eines der Frühwerke des Komponisten ist der Sonatensatz B Dur D 28 für Klaviertrio. Es handelt sich dabei um ein unbeschwertes, fröhliches Stück ohne größeren Tiefgang und dürfte daher als kammermusikalische Studie anzusehen sein.
Das fragmentarische Streichtrio in B Dur D 471 ist ein Werk ohne große Ambitionen. Schubert verwarf das Werk, von dem nur das etwas hanebüchene Allegro übrig geblieben ist.
Sein zweites Streichtrio allerdings, D 581 ebenfalls in B Dur, vollendete er vollständig. Es reiht sich in seiner konventionellen, lieblichen Anlage nahtlos in die früher entstandenen Trios Beethovens ein. Es eröffnet mit einem freundlichen, grazilen Allegro moderato, das bisweilen ein bisschen schwerfällig wirkt. An zweiter Stelle steht ein angenehmes Andante, das in ein teilweise oberflächliches Menuett mündet, auch wenn dieser Satz den Geist Haydns heraufbeschwört. Das Finale wirkt schnörkellos.
D 897 ist das Fragment eines Klaviertrios. Erhalten ist nur ein Adagio in Es Dur, das sogenannte "Notturno". Es zählt mit seiner Liedhaftigkeit und Tiefsinnigkeit zu Schuberts besten langsamen Sätzen.
Zu den großartigsten kammermusikalischen Werken Franz Schuberts zählen zweifelsohne seine beiden Klaviertrios, insbesondere sein zweites. Das erste D 898 steht in B Dur und eröffnet mit einem leidenschaftlichen, mitreißenden Allegro moderato. Es ist wundervoll moduliert und gearbeitet. Es folgt ein zartes, sanftes Andante, an das sich ein klanglich sehr durchsichtiges Scherzo anschließt. Das Finale knüpft an die Ausgelassenheit des Kopfsatzes an, auch wenn an zahlreichen Stellen düstere, traurige Einwürfe hervorscheinen.
Das Klaviertrio, von dem man getrost behaupten kann, dass es die beethovenschen Trios übertrifft, ist D 929 in Es Dur. Das fanfarenartig, feierlich geschmetterte Hauptthema des ersten Satzes weiß sogleich zu überzeugen. Der recht mäßige Satz wird immer wieder durch pathetische Ausbrüche gegliedert. Auch schwermütige Anklänge finden sich zuhauf. Das Andante con moto des zweiten Satzes ist eine der bekanntesten Melodien Schuberts. Es ist voller Schwermut, Andacht, aber auch Trost und Liebe. Dem Cello kommt eine bedeutende, singende Rolle zu. Das Scherzo ist der geradlinigste Satz dieses Trios. Er besteht aus wenigen, einfachen Themen, die Schubert zügig und konsequent verarbeitet. Das Finale ist alleine wegen seiner Architektonik hochinteressant. Schubert lässt zunächst ein unspektakuläres Thema erklingen und verwebt den Satz anschließend zu einem herrlichen, grandiosen Themengeflecht, indem er die Hauptthemen aus allen drei vorigen Sätzen wieder aufgreift. Dem Trio wird damit eine unverbrüchliche Einheit zuteil, es wirkt geschlossen und endgültig und entrückt dennoch durch die tiefen Klang- und Epmfindungsräume, die es beschreibt.
Die Interpretation der Streichtrios durch das Grumiaux Trio ist makellos und unprätentiös. Allerdings kann es sich hier sowieso nicht allzu sehr profilieren, da diese Werke eher weniger ambitioniert sind.
Die straffe Akzentuierung, die richtige Tempowahl und die schnörkellose Authenzität des Beaux Arts Trios, welches die Einspielung der Klaviertrios besorgt, ist beeindruckend. Es gibt einen Grund, weswegen diese Kammermusikkonstellation zu den weltbesten zählt/e.
Der Decca Klang beider Aufnahmen ist einwandfrei.
Fazit: Eine wunderbare Zusammenstellung, deren Anschaffung sich schon allein wegen der Aufnahme der beiden Klaviertrios lohnt.