Kommissar Behütuns ist ein ganz besonderer. Kein Übermensch. Kein Held. Kein Draufgänger, bei dem es Krachen und ständige Action geben muss. Im Gegenteil. Er liebt das Beschauliche, denkt seitenweise über Franken und die Welt nach, gönnt sich hier und da einen echten Pressack und ein dunkles Bier in der Fränkischen Schweiz. Hier ist er zuhause, das liebt er. Und wenn er Zeit hat fährt er auch schon mal nach Streitberg ins Felsenbad. Wenn man dessen Beschreibung so liest, würde man am liebsten sofort selbst hinfahren und ins Kühle Nass springen.
Zwischendurch muss sich Friedo Behütuns aber mit einem seltsamen Fall herumplagen. Ein Pickup wurde geklaut, dann abgefackelt, ein 17-Jähriges Mädchen ist nicht nach hause gekommen, und das Rad des Mädchens wurde irgendwo gefunden, natürlich verbeult. Das alles geschieht irgendwo im Niemandsland zwischen Nürnberg, Fürth und Erlangen, wo die Grenzen zwischen Flussufer, Autobahn, Bauernhöfen und geschotterten Feldwegen seltsame Ecken und Kanten haben.
Wie hängt das zusammen? Behütuns und seine "Peterlesboum" - das sind seine drei Kollegen, die alle den gleichen Vornamen haben, nämlich Peter - drehen sich bei den Ermittlungen im Kreis. Spuren wollen nicht zusammenpassen, und wenn sie zusammenpassen, ergeben sie gemeinsam betrachtet keinen Sinn.
So bleibt nur eines: Kommissar Behütuns (welch ein Name!) muss nachdenken. Er tut das bei Pressack und Bier, sehr ausführlich, und am liebsten alleine. Dabei schweifen seine Gedanken häufig ab, und er schwadroniert zwischen Pressack und Bier, Kindererziehung, dem Sinn oder Unsinn großer Autos (Pickups), und jammert wegen der großen Hitze, die sich im Fränkischen zwischen den Wohnsilos staut.
Das ist oft lustig, wird aber manchmal zu viel. Die Ermittlungen drehen sich im Kreis, Behütuns nervt gelegentlich mit seinen ausufernden Gedankengängen. Fränkisches Kolorit kann auch übertrieben werden und anstrengend sein.
Wer große Aktion sucht, wird bei diesem Regionalkrimi nicht fündig. Dafür ist der Kommissar, ein echt fränkischer Typ, der beim Wasserlassen sein bestes Stück Mann wegen seines Bauches nicht mehr sehen kann, zu behäbig. Trotzdem echt gute Unterhaltung mit viel fränkischer Redensart, die manchmal zu sehr in der Umgangssprache daherkommt. Da hat sich wohl der Autor selbst ein paar Dunkle genehmigt.
Ich warte auf Behütuns dritten Fall. Der Typ ist mir irgendwie sympathisch.