Ich habe Karin Fossum häufiger gelesen. Dies ist mit Abstand der beste und gruseligste ihrer Krimis. Mit einem verschwundenen Jungen geht's los. Die Ermittlungen der Polizei werden beschrieben. Diesmal aber weniger Ausführliches über den ermittelnden Kommissar Sejer. Teilweise wechselt Fossum zur Ich-Form und erzählt die Geschichte aus der Sicht von Irma, einer Frau um 60, krank, in selbstgewählter Einsamkeit eben wegen der Krankheit, mitleiderregend.
Das norwegische Original heißt übersetzt: Der Teufel hält das Licht. Steht als Synonym: Im Licht der Kerze, die der Teufel hält, sieht man sich im Spiegel - und das Böse, das der Mensch in sich trägt, zeigt sich glasklar. Normaler Alltag verzerrt sich im Spiegelbild - wie bei Irma. Eigentlich verrät sie alles, aber eben nur andeutungsweise - und die Kleinigkeiten werden übersehen, missachtet. In der großen Stadt ist nämlich egal, was der Einzelne tut - und das wird nahezu jedem der Beteiligten in Fossums Krimi zum Verhängnis. Bitter, gruselig, unheimlich - aber wunderbar beschrieben und gut zu lesen.