Historische Krimis gibt es viele, solche aus der Weimarer Zeit jedoch kaum. Dunkle Tage spielt 1920, vor dem Hintergrund des Kapp-Putsches, und schafft es, die Widersprüche der Zeit anschaulich darzustellen. Der Roman ist super recherchiert, z. B. ist das soziale Elend der Nachkriegsjahre gut beschrieben, überhaupt die Gegensätze einer Zeit, in der Armut und Lebenshunger dicht beieinander liegen, die ganzen politischen und sozialen Verhältnisse. Wenn man das Buch liest, bekommt man ein Gefühl dafür, dass die ungeliebte junge Demokratie die Todeskeime bereits in sich trägt. Toll fand ich auch, mehr über die Hintergründe der Morde an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht zu erfahren. Die Idee, einen Philosophieprofessor als Hauptfigur zu nehmen, hat mir auch gut gefallen. Es verschafft dem ganzen eine zusätzliche Dimension, die den Roman von ähnlich gelagerten Werken abhebt.
Darüber hinaus handelt es sich um einen wirklich spannenden klassischen Krimi im Stil von Agatha Christie oder Sherlock Holmes, nur dass die Auflösung nicht wie dort an den Haaren herbeigezogen, sondern diffizil und glaubwürdig ist. Ich habe das Buch jedenfalls in einem Schwung durchgelesen und mich an keiner Stelle gelangweilt.
Mein Fazit: Ohne Abstriche rundum empfehlenswert!