Charles Todd ist das Pseudonym von Charles und seiner Mutter Caroline, ein amerik. Mutter-Sohn-Duo schreibt gekonnt typische englische Landhauskrimis, die gut durchdacht und spannend zu lesen sind.
England, einige Tassen Tee, exzentrische Figuren, Landleben, Nebel, Mord und ein Inspektor...
Die Romane verfügen über eine ganze Menge Atmosphäre; sie spielen nicht in der heutigen Zeit, sondern kurz nach dem 1.Weltkrieg ( also ab 1918).
Der ermittelnde Inspektor Rutledge leidet an einer Schützengrabenneurose, da er im Krieg einen ihm unterstehenden Soldaten erschiessen musste.
Der Geist dieses Mannes namens Hamish geistert nun in seinem Kopf herum, er begleitet ihn als innere Stimme, die ihm befiehlt, Ratschläge gibt und sich ständig in das Geschehen einmischt.
Hat man sich als Leser erst einmal an diesen Hamish gewöhnt, kommt es einem ganz normal vor, dass er nicht wirklich existiert, so lebensecht wurde er gezeichnet. Rutledges Verlobte hat sich nach dem Krieg von ihm getrennt; er lebt nun ohne feste Beziehung und leidet sehr darunter.
Der einsame Inspektor wird diesmal in eine südenglische Kleinstadt gerufen, um der dortigen Polizei behilflich zu sein: Eine Frauenleiche wurde gefunden, der vermeintliche Mörder ist gefasst, zwei kleine Kinder werden noch vermisst.
In den Romanen von Todd geht es zwar nicht hochspannend und aktionsreich zu; die ruhige Art der Ermittlung sorgt jedoch für genügend Spannung, so dass man das Buch nicht allzu gerne weglegen möchte. Es ist im besten Sinne des „ Whodunnit" geschrieben. Das Ende ist ziemlich überraschend, doch lesen sie selbst...