Die Idee des Verlages eine Autorenreihe für Horror und phantastische Geschichten anzubieten ist eine wahre Fundgrube an guten Horrorgeschichten. Inhaltlich überzeugt
Dunkle Seiten II vollkommen und bietet sogar etwas mehr Inhalt als
Dunkle Seiten, kommt aber leider nicht ganz an das Niveau von
Dunkle Seiten III heran.
Der Inhalt besteht wieder aus einer Sammlung von sechs Kurzgeschichten verschiedener Autoren, die inhaltlich jedoch ziemlich variieren.
Absolut faszinierend sind z.B. die Tierhorror-Storie "Der Wald" von Nicolas Wezel, in dem eine Gruppe Halbstarker bei einer Party im Wald die bekanntschaft mit einem mordlüsternen Wildschwein macht, und auch die Geschichte "Der Prometheusspiegel" von Vincent Voss, der auf einer Autobahnraststätte des Nachts die Toilettenbesucher mit ihrem Schicksal konfrontiert.
"Ein bisschen Leben" von Jürgen Wagner bietet ebenfalls eine sehr ansprechende Storie, bei welcher ein Mann in seinen Träumen die Erfüllung findet - allerdings mit unangenehmen Folgen.
Und dann haben wir eine Storie von Marc Gore, die eine ganz andere, dafür aber unheimlich harte Gangart einschlägt. In "Two crude Ones" wird gemordet, vergewaltigt und geopfert, wobei das Blut in Strömen sehr plastisch fließt. Ein Satanistenpaar will dem Teufel dienen und mordet sich quer durch die USA nach Mexiko, bis diese schließlich dem Herrscher der Dunkelheit selbst begegnen - und eine böse Überraschung erleben. Blutig, aber wirklich gut.
Schließlich gibt es hier noch die Geschichten "Kopfgeldjägern der Hölle" von Nadine Ueding und "Mister Allgegenwärtig" von Marcus Borchel, die sich zwar auch nett lesen lassen, aber irgendwie will bei diesen nicht der Funke überspringen und ein Aha-Erlebnis bleibt aus. Dafür sind diese beiden Geschichten einfache aber solide Standardkost.
Alles in allem gefällt mir dieser Band aus der Reihe, steht aber in meiner Gunst hinter Band I und III zurück.