Nachdem sie ihren ungeliebten Beinahe-Vampir-Ehemann Gregor unschädlich gemacht hat, könnte sich Cat mit Bones auf ein paar ruhige Tage freuen. Inzwischen haben beide gelernt, daß daraus meistens nichts wird, und so ist es auch diesesmal: in Cats früherer Heimat Ohio verschwinden Vampire ohne Master, andere werden unter auffälligen Umständen zurückgelassen. Die Botschaft ist klar: hier handelt es sich um eine Kampfansage an Cat, und niemand anderes als der Ghoul-Rädelsführer Apollyon kann dahinterstecken, der mit Cat als Zielscheibe seine Artgenossen in einen Krieg gegen die Vampire aufpeitschen will. Cat und Bones suchen Verbündete; ihre Freunde wissen sie zuverlässig an ihrer Seite, allerdings dürfte dies nicht reichen. Für weitere Unterstützung reisen sie zu Marie Laveau, der Voodoo- und Ghoul-Queen in New Orleans, die seit Gregors Tod keinen Master mehr über sich hat. Diese spielt jedoch eine sehr undurchsichtige Rolle, und eigentlich kennt sie nur eine Seite, auf der sie steht: ihre eigene...
In Folge 5 der Night Huntress-Serie wird von der Eingangsszene an Spannung aufgebaut, die sich konsequent steigert. Cat scheint erwachsen geworden zu sein; sie akzeptiert endlich ihr Vampir-Dasein und ihre Verbindung mit Bones und kämpft darum, alte Untugenden wie ihre übereilten Alleingänge, ohne sich mit ihren Verbündeten oder Bones abzusprechen, nicht wieder aufleben zu lassen. Wie die beiden als Ehepaar miteinander umgehen, das sich bedenkenlos vertraut, bei dem aber keine Alltagsroutine eingekehrt ist und es noch gehörig prickelt, gehört zu den Stärken der Geschichte. Die Auftritte ihrer Freunde (Mencheres, Spade, Fabian) machen ebenfalls Spaß, hier sticht wieder einmal Vlad Tepesch heraus, der gern noch ein paar Szenen mehr hätte bekommen dürfen.
Einige traurige Elemente kommen ebenfalls vor, die unter die Haut gehen. Die Vielzahl der Charaktere aus allen bisherigen Folgen und den Spinoffs machen den Plot interessant, hier sieht man ebenfalls, wie Cat sich weiterentwickelt hat; daß sie nun manches stört, was ihr bisher selber vorgehalten wurde, sorgt für einige humorvolle Szenen. Überhaupt gibt es diesmal mehr Humor und mehr Untergründiges als in der Folge um Gregor, was dem Plot richtig guttut.
Insgesamt ist die Geschichte sehr gut gelungen - Plot, Charakterentwicklung, viele bekannte "Gesichter" und einige gute Szenen sorgen dafür, daß man das Buch in einem Rutsch durchlesen will.