Marcial Muller hat mit "Dunkle Schatten" (Fischer 15594 - "Point Deception", 2001) einmal keinen Roman mit ihrer Serienheldin Sharon McCone geschrieben. Unverändert ist jedoch, daß sie wieder einen Kriminalroman geschrieben hat. Seit der Ermordung mehrerer Menschen im Cascada Canyon nahe von Signal Port an der rauhen und unwirtlichen nordkalifornischen Küste - fiktiv in Soledad County zwischen Humboldt County im Norden und Mendocino County im Süden - lasten dunkle Schatten über der Gegend, da die Morde unaufgeklärt blieben. Lediglich ein kleines Mädchen hat überlebt. Guy Newberry, ein bekannter Schriftsteller, der schon viele Bestseller über kleine Orte und ihre Geheimnisse geschrieben hat, wird 13 Jahre später von Dunbar Harrison, einem Verwandten des Mädchens, das das Gemetzel überlebt hat, ersucht, darüber ein Buch zu schreiben. Als er in Signal Port ankommt überschlagen sich die Ereignisse: eine junge Frau - offenbar ermordet - wird an der Küste angeschwemmt, zwei andere Frauen verschwinden und tauchen erst als Tote wieder auf, es scheint, als ob dies alles mit den unaufgeklärten Morden zu tun hat. Unm die Aufklärung bemüht sich die Polizistin Rhoda Swift vom örtlichen Sheriff-Posten mit Unterstützung zweier Detektive vom Sheriff-Büro in der entfernten Bezirksstadt Santa Carla. Guy Newberry und Rhoda Swift machen sich - von unterschiedlichen Betrachtungsweisen ausgehend - an die Aufklärung. Da das dauert kommen sie sich auch persönlich näher. Das Massaker und die Morde werden schließlich im Zusammenwirken beider aufgeklärt und Guy Newberry wird wohl in Zukunft seinen Wohnsitz in Signal Port nehmen, um Rhoda Swift näher zu sein. Alles in allem ein origineller Plot mit unerwartetem Ende, der allerdings ein spannenderes Buch hätte sein können.