Als Marcus Renard, beschuldigt, Pamela Bichon auf bestialische Weise umgebracht zu haben, wegen eines Verfahrensfehlers freigesprochen wird, steht die Bevölkerung im Partout Parish in Louisiana kurz vor einem Aufruhr. Noch auf den Stufen des Gerichts bedroht Pamelas Vater den Verdächtigen, und wenig später ist es Detective Nick Fourcade, der auf Renard losgeht und ihn verprügelt. In beiden Fällen ist Deputy Annie Broussard zur Stelle, um Schlimmeres zu verhindern, wodurch sie für Marcus Renard zu seinem persönlichen Schutzengel avanciert. Annie dagegen hat bald Gelegenheit, ihren Einsatz zu bereuen, der in den Augen ihrer Kollegen einem Verrat gleichkommt. Sie sieht sich verbalen Angriffen und Sabotage ausgesetzt, was schließlich dazu führt, dass sie von der Streife ins Archiv versetzt wird. Der einzige, der noch zu ihr hält, ist überraschenderweise Nick Fourcade, der Polizist, dessen Attacke auf Marcus Renard die ganze Geschichte überhaupt erst in Gang gesetzt hat. Nick, selbst suspendiert, ist davon überzeugt, dass Renard schuldig ist, und überredet Annie, ihre gute Verbindung zu Renard zu nutzen, um belastendes Beweismaterial zu finden. Annie findet sich zwischen allen Stühlen wieder, sie fühlt sich Pamela verpflichtet, deren Leiche sie damals fand, aber Renard mit seiner Besessenheit jagt auch ihr Angst ein und sie fürchtet,ungewollt in Pamelas Fußstapfen zu treten.
Eigentlich ist "Dunkle Pfade" ein spannender Krimi. Annie Broussard, die, was sie auch tut, nur neue Komplikationen zu schaffen scheint, ist sehr sympathisch, und man kann den Zwiespalt, in den sie gerät, gut verstehen. Nick Fourcade als der mysteriöse, philosophische Polizist mit den gelegentlichen Ausrastern, ist auch interessant und gut getroffen. Die sich bald abzeichnende Beziehung zwischen den beiden verleiht dem Krimi als romantisches Element zusätzlichen Zündstoff. Was mir nicht gefallen hat, ist, dass Annies sonstige Kollegen allesamt als Machos und ziemliche Idioten dargestellt wurden, deren Gedanken nur um "das Eine" kreisen, und die darüber auch schon mal die Polizeiarbeit vernachlässigen. Auch hätte eine Straffung dem Buch sicherlich gut getan. Ab der Mitte des Buches passiert kaum mehr etwas, was den eigentlichen Fall vorwärts bringt, und die Lösung des Falles kann auch nicht wirklich überraschen.