Vorweg, "Dunkle Herzen" ist zwar ein Roman von Nora Roberts, was heißt, dass er unter anderem auch eine Liebesgeschichte enthält. Aber, wie gesagt unter anderem. Denn mit diesem Buch wollte es Frau Roberts wohl mal etwas anders angehen. Und so stehen nicht so sehr die Liebenden im Vordergrund, sonderen eher eine an sich ruhige Kleinstadt, hinter deren gutbürgerlicher Fassade es einiges zu verbergen gibt.
Doch nun mal der Reihe nach. Die berühmte Bildhauerin Clare kommt nach Jahren der Abwesenheit wieder in ihr Heimatkaff zurück, wo ihr Vater damals unter mysteriösen Umständen ums Leben kam. Sie trifft dort auf ihren Jugendfreund Cam, jetzt Sheriff des Ortes. Während sich beide näher kommen, wird plötzlich die Leiche von Cams verhasstem Stiefvater gefunden. Außerdem sucht der Sheriff verzweifelt nach einer jungen Ausreißerin. Langsam aber sicher wächst bei Clare und Cam der Verdacht, dass eine satanistische Sekte in der Stadt ihr Unwesen treibt...
So weit, so gut. An sich ist die Idee, die Abgründe einer Kleinstadt aufzuzeichnen, gar nicht so schlecht. Und in diesem Punkt funktioniert die Geschichte auch wirklich gut, trotz oder gerade wegen den ziemlich schablonenhaften Charakteren.
Doch leider übertreibt es Roberts an anderen Stellen ebenfalls, und hier geht es dann richtig in die Hose. Muss man die Schwarzen Messen einschließlich Vergewaltigung und Ermordung von Opfern wirklich immer wieder so genau beschreiben? Vielleicht sollte dadurch Spannung erzeugt werden, doch geht dieser Schuss nach hinten los.
Ebenfalls nicht so geglückt sind die Charaktere von Clare und Cam. Während letzterer noch einigermaßen symphatisch ankommt, entzieht sich Clare dem Leser doch ziemlich häufig. Und die Beschreibung ihres Berufes, ihrer Arbeit und Kunstwerke... nun ja, leider ein weiteres Fehlgriff.
Schade eigntlich, den so kommt "Dunkle Herzen" im Endeffekt nicht über eine mittlemäßige Berwertung hinaus.