Ersteinmal: Das Buch schreibt nicht über Wicca. Daher habe ich dazu auch nichts diesbezüglich erwartet. Es gibtnunmal im Hexentum sehr viele verschiedene Richtungen und Möglichkeiten, und dies ist halt eine davon. Es geht in diesem Buch um die dianische Tradition, um einen feministischen Zweig unser Naturreligion Hexentum. Was ich gut an dem Buch finde, sind die vielen Informationen. Das aber ist auch wieder der Nachteil des Buches: Die Informationen sind nicht vernünftig gegliedert, es gibt auch kein Register und was mich am meisten stört, keine Quellenangaben! Das wäre vor allem bei der griechischen Mythologie sehr sinnvoll gewesen, die ja zum Nachteil der Frauen umgeschrieben worden sein soll. Es fehlen Bezugsquellen zu Ölen, Kerzen usw. Die Rituale sind daher so gut wie unbrauchbar, zumindest in der Form, wie sie hier beschrieben werden. Auch sind viele davon sehr aufwendig und daher eher für Fortgeschrittene geeignet. Es wird sehr unkritisch mit manipulativer Magie umgegangen, in einigen Fällen soll sie tatsächlich in Ordnung sein. Aber würden Sie gern manipuliert werden, in welcher Form auch immer? Es ist in Ordung das Christentum und andere patriarchische Religionen in Frage zu stellen, aber ich bin auch Niemand, der ein Matriarchat als gut betrachten würde. Es sind letztendlich immer Extreme, auf die es hier hinausläuft. Besser sind in meinen Augen, auch gerade für Anfänger, Bücher wie "Wicca" von Cunningham oder "Die Magie der Hexen" von Claire. Wer Feministin ist und eine dementsprechende Naturreligion sucht, ist bei diesem Buch wiederrum richtig. Allerdings bezweifle ich den Wahrheitsgehalt vieler historischer oder mythologischer Informationen, da es hierzu keine Verweise gibt. Ich habe mich eher über dieses Buch geärgert, da es gute Ansätze hat, aber vieles durch die Nachteile wieder zunichte macht. Da hat scheinbar auch der Verlag etwas geschlampt. Für freifliegende Hexen ist es fast völlig unbrauchbar, für tolerante ganz zu schweigen :-)