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Produktinformation
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Diese Version ist nicht von dieser Welt, denn hier bei uns beißen Vampire schöne junge Frauen in den Hals und trinken ihr Blut, und wenn wir sie töten wollen, stoßen wir ihnen einen Pflock ins Herz oder öffnen ihren Sarg in der Sonne. Jedenfalls dachten Sie das bisher, nicht wahr? Tja, sehen Sie, Jan dachte das auch, jedenfalls tut er das noch, als er mit seiner Freundin ins Kino geht. Dann bekommt er unerklärlicherweise eine Art Herzanfall auf der Toilette des Kinos, flüchtet vor einem (noch) namenlosen Schrecken aus dem Krankenhaus und trifft ein seltsames Mädchen namens Vera, das ihm das Leben rettet.
Und Schritt für Schritt, Satz für Satz nähert sich Jan einer Grenze zu einer anderen Welt, spielt ein Spiel, das er nicht kennt, nach Regeln, die er nicht versteht, und lernt dabei ein paar Dinge, die er gar nicht wissen wollte. Am Ende lässt er einige Tote und sein ganzes bisheriges Leben hinter sich und betritt eine Welt, von deren Existenz Sie da draußen im hellen Tageslicht ganz bestimmt nichts wissen wollen!
Andererseits, wenn ich es recht bedenke, gibt es da einige Aspekte in dieser Geschichte, die Sie höchstwahrscheinlich genauso interessant finden werden wie Jan. Ich weiß nur nicht, ob Sie seinen Preis dafür bezahlen wollten. Also finden Sie es heraus, kommen Sie herein ins "Dunkel" und lesen Sie Wolfgang Hohlbeins Version eines Vampirromans -- aber sagen Sie hinterher nicht, ich hätte Sie nicht gewarnt... --Ute Perchtold/Michael Matzer
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Zur Handlung:
Jan wird im Kino schlecht und er geht zur Toilette. Dort begegnet ihm ein Sterbender und auch er selbst erleidet einen Herzanfall. Doch sie sind nicht die einzigen, die sich in der Toilette aufhalten....etwas Dunkles ist auch noch da und greift nach Jan.
Ein Arzt kann sein Leben retten. Doch schon am nächsten Tag flieht Jan aus dem Krankenhaus, denn er spürt dort eine große Bedrohung. Nach einem weiteren Arztbesuch hat er wieder ein seltsames Gefühl und läuft fast vor eine Straßenbahn. In letzter Sekunde rettet ihm eine obdachlose Punkerin das Leben. Sie heißt Veecha und ist bereits über 900 Jahre alt. Jan gewährt ihr aus Dankbarkeit ein paar Tage Asyl in seiner Wohnung. In dieser Zeit ereignen sich in seiner Umgebung ungewöhnlich viele Todesfälle. Er sieht die dunkle Gestalt aus dem Kino wieder. Sie scheint ihn zu verfolgen...und warum benimmt sich seine Freundin plötzlich so ungewöhnlich. Mehr sei hier nicht verraten.
Ein wohltuend anderer Vampirroman, in dem die Opfer mal nicht in den Hals gebissen werden und in dem Holzpflöcke ebenfalls keine Wirkung zeigen.
Was gibt es Negatives zu sagen: Es wird auffallend oft gekämpft und Jan (der eigentlich sehr friedfertig ist) scheint ständig am Rande einer weiteren Ohnmacht zu stehen. Das nervt zeitweise ein kleines bisschen.
Es wird auch nie geklärt warum der Dunkle außgerechnet im Kino zuschlägt. Hier ist des Lesers eigene Fantasie gefragt, aber zumindest ein Ansatz von Seiten des Autors wäre nicht schlecht gewesen.
Des weiteren hätte man auch den kleinen Jungen ein wenig mehr beleuchten können. Er scheint immer dann aufzutauchen wenn Jan ihn braucht, aber mehr erfährt man nicht. Schade.
Auch die Sippe, auf die Jan ziemlich am Ende trifft, wird nicht näher beschrieben. Ich hätte zu gerne gewußt, was denn nun ein Läufer ist. Auch erscheint es doch ein wenig unwahrscheinlich, das so viele von ihnen unterhalb von Neuss leben.....aber vielleicht erfährt man dies im zweiten Teil, der in Kürze auf den Markt kommen soll.
Auch der Showdown mit dem Dunklen ist nicht ganz überzeugend dargestellt. Jan kann ihn relativ schnell besiegen. Andererseits hat er ja auch Veecha an seiner Seite, die weit älter zu sein scheint als der Dunkle. Vielleicht verhilft sie Jan zu einer solchen Macht.
Zusammenfassend gesagt hat mir Dunkel doch sehr gut gefallen. Was manche Ungereimtheiten angeht....nun ja: W. Hohlbein schreibt Fantasy-Romane,es ist wohl kein Zufall, wenn da vieles der Fantasy des Lesers überlassen bleiben soll. Damit muss sich der geneigte Leser schon abfinden oder doch lieber zu einem Sachbuch oder einer Autobiografie greifen.
Ich werde hier nicht weiter auf die Handlung eingehen, das dürft ihr schon selbst :)
Meiner Meinung nach, darf dieses Buch bei einen Hohlbein-Fan im Regal nicht fehlen. Absolut klasse !
Der Titel des Buches könnte nicht besser gewählt sein, denn das Ziel des Buches liegt wohl darin, den Leser in die tiefe Dunkelheit zu führen, und bei jedem verdächtigen Geräusch zusammenzuzucken. Auch wenn dies etwas übertrieben klingen mag, ist dies das Gefühl, welches mich beim Lesen überkam. Mit diesem Buch zeigt Hohlbein aufs neue, dass er Horror und Fantasy in eine Geschichte packen kann, ohne dass der Realismus auf der Strecke bleibt. Und wie immer schafft Hohlbein es, den Leser mit überraschenden Wendungen in der Geschichte zu verblüffen. Obwohl man schon damit rechnet, dass sich der Verlauf der Geschichte schlagartig ändert, ist man trotzdem überrascht, wie schnell und glatt der Wechsel vonstatten geht. Außerdem ist es ihm positiv anzurechnen, dass die hinter diesen Formulierungen stehenden Geschichten nach wie vor intelligente Fantasy- oder Horrorgeschichten sind, die einen immer wieder in die Welt von Wolfgang Hohlbein ziehen können. So ist es auch in diesem Buch, über das man inhaltlich nicht allzu viel verraten sollte, da die Unwissenheit um das, was eigentlich gerade passiert, einen großen Teil des Lesespaßes ausmacht. Selbst vom Lesen des Klappentextes vor der Lektüre des Buches würde ich abraten, denn er verrät schon zu viel über die ersten 200 Seiten des Buches.
Hohlbein kann fesselnd schreiben und seine Routine kommt in diesem Buch sehr positiv zur Geltung. Man erkennt sofort, dass der Autor schon einige Bücher dieser Gattung geschrieben hat und dass er sich auf diesem Terrain sehr wohl fühlt. Vorgänge werden plastisch dargestellt, die Charakterisierungen sind zwar kurz, aber kurz und treffend. Es macht von der ersten Seite an Spaß, dieses Buch zu lesen und spätestens ab Seite 200, wenn man zu ahnen meint, worum es geht, möchte man das Ende erfahren und will unbedingt wissen, welche Rolle Vera spielt. Und, soviel sei verraten, das Ende erfüllt die aufgebauten Erwartungen und vermag dennoch zu überraschen. Wolfgang Hohlbein hat mit diesem Buch seine Liste von atemberaubenden Fantasy- und Horrorgeschichten um ein weiteres Meisterwerk erweitert und ihm ist es erneut gelungen, dem Leser eine spannende und sehr unterhaltsame Geschichte zu erzählen, die für jedermann geeignet ist und deshalb kann ich dieses Buch nur weiterempfehlen.
Schlüsselszene
Auszug aus den Seiten 346, 347:
Der Vorraum der Toilette war heller als die Gaststube, denn es gab ein - zwar vergittertes - Fenster, und die Deckenbeleuchtung brannte. Nach der Düsternis des Schattenreiches, in dem er sich gerade bewegt hatte, kam ihm die kalte Sachlichkeit des weiß gekachelten Raumes wie eine Erlösung vor. Er hob die Hand, fuhr sich mit gespreizten Fingern durchs Haar und trat an eines der beiden Waschbecken. Gerade noch rechtzeitig, um den Schatten zu bemerken, der hinter ihm davonhuschte. Jan fuhr auf dem Absatz herum und breitete die Arme aus, bereit, zuzupacken oder sich auch zu verteidigen, je nach dem. Aber hinter ihm war niemand. Er war allein. Jans Herz begann zu hämmern. Es stimmte nicht. Er war nicht allein. Jemand - etwas - war hier, unsichtbar, aber so präsent, daß er es beinahe greifen konnte. Vorsichtig drehte er sich wieder um, sah in den Spiegel und veränderte ein paar Mal den Blickwinkel. Der Schatten tauchte nicht wieder auf, aber er spürte, dass der Fremde noch da war; jetzt vielleicht noch intensiver als zuvor. Ein weiteres Puzzleteil gesellte sich zu dem Bild, das langsam in seinem Kopf Gestalt annahm: Vera hatte den Spiegel im Schlafzimmer nicht von ungefähr zerbrochen. Es war keineswegs so, dass diese Wesen, die ihm folgten, in Spiegeln nicht sichtbar waren, wie die Mythologie behauptete. Im Gegenteil: Sie waren nur im Spiegel sichtbar. Er hatte den Dunklen in dem Spiegel in seiner Diele gesehen und auch Vera, einen Tag zuvor, im Badezimmerspiegel. Ihre suggestive Kraft reichte vielleicht, Menschen nur das sehen zu lassen, was sie ihnen gestatteten, aber nicht, die physikalischen Grundregeln außer Kraft zu setzten.
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