Da sich mein Vorgänger argumentativ auf sehr dünnem Eis bewegt, möchte ich hier einmal etwas genauer auf den Film eingehen:
Vorweg ist dieser Film ohnehin reine Geschmackssache. Wer Action oder Schockeffekte am laufenden Band erwartet ist hier definitiv fehl am Platz.
Dennoch wissen bereits die bloße Idee und auch der sozialkritische Hintergrund zu begeistern.
Wie oben beschrieben wird die ehemalige Schauspielerin, vorgestellt als Frau Lee, von ihrem Mann mit einer jüngeren Frau betrogen. Aus Frust sucht diese daher nach einem Wundermittel, das ihr ihre Jugend wiedergeben könne. Dieses Mittel findet sie bei der ehemaligen, bekannten Ärztin Mei (Bai Ling), die durch Kontakte zu ehemaligen Arbeitskolleginnen an menschliche Embryonen kommt und diese, in Teigtaschen verarbeitet, als eine Art Verjüngungselixier verkauft. Ich nehme mir einfach mal die Freiheit, es bereits an dieser Stelle zu verraten, da man ohnehin innerhalb der ersten 5 Minuten darüber aufgeklärt wird und auch die Protagonistin Frau Lee sich über den Inhalt der Teigtaschen bewusst ist.
Wie erwähnt greift der Regisseur hier nicht zu Schockeffekten, sondern setzt mehr oder weniger auf den natürlichen, menschlichen Ekel davor Mitmenschen oder gar Embryonen zu essen. Auch wenn der Film keine Jugendfreigabe hat, bekommt man keine großartigen Zerstückelungsszenen geboten, sondern wird der Ekel vielmehr dadurch erregt, dass der Zuschauer ganz einfach weiß, was gerade passiert. Der eine oder andere Schauer läuft einem dann doch noch über den Rücken.
Letztendlich zeigt der Film wie weit Menschen für ihr eigenes Wohl und aus Eifersucht gehen und nicht wie Embryos von innen aussehen.
An sich bietet die Story keine großen Überraschungen, ist aber interessant aufgebaut.
Das Bild ist klar, rausch- und flimmerfrei. Die Kameraführung wirkt in storytechnisch unwichtigeren Szenen etwas amateurhaft, ist aber ansonsten sehr gut umgesetzt. Es ist nicht immer düster, aber dennoch atmosphärisch, was nicht zuletzt dem guten Sound zu verdanken ist. Es ist meist ruhig, was in einem so großen Wohnblock als Hauptort der Handlung durchaus bedrückend und unheimlich wirkt, zu musikalischer Untermalung wird soweit ich mich erinnern kann eher weniger gegriffen.
Die Synchronisation ist gelungen, wirkt aber dennoch mit Ausnahme von Bai Ling etwas leblos, an einer Stelle wirkt die Synchronisation einiger Statisten eher lächerlich. Trotzdem habe ich schon schlimmeres gehört und insgesamt macht die Synchro einen ordentlichen Eindruck. Die schauspielerische Leistung ist dabei ausgezeichnet, besonders von Bai Ling, zu der die Rolle einfach super passt.
Neben dem Hauptfilm kommt die 2DVD-Version mit dem Originaltrailer, einem Interview mit Bai Ling zum Film, einem Berlinale Interview mit ihr, einem Making of, einer Bildergalerie, den Biografien/Filmografien und als besonderes Hightlight mit der Kurzfilmfassung, die auf der DVD "Three... Extremes" zusammen mit zwei anderen Werken des Horror-Genres veröffentlicht wurde.
Insgesamt hinterlässt der Film einen soliden, positiven Eindruck, ist jedoch - auch dialogtechnisch - nicht perfekt umgesetzt.