Dumonts "Kleines Kräuterlexikon" bietet einen praktischen Überblick über die wichtigsten Kräuterpflanzen für Küche und Hausapotheke, die man in unseren Breiten auf dem Fensterbrett oder ggf. Balkon oder Garten ziehen kann. Die einzelnen Kräuter, alphabetisch nach ihrem botanischen Namen sortiert, werden in bezug auf Herkunft, Merkmale, Sortentipps, Verwendungsmöglichkeiten, verwandte Arten und -- hier wird's für den Praktiker interessant -- Standort, Kultivierung und Ernte auf je vier Seiten vorgestellt; zu jedem Haupteintag kommt ein Foto, das die Identifizierung erleichtert. Auch die Ausstattung ist sehr praxisfreundlich: Handlich, robuste Fadenbindung und abwaschbarer Einband.
Gut gelungen sind den Verfasserinnen neben der Auswahl der vorgestellten Pflanzen (lediglich Beifuß und Bärlauch hätten etwas ausführlicher erwähnt werden können) auch die praktischen Tipps zu den einzelnen Pflanzen; das empfiehlt das Kräuterlexikon auch für Anfänger. Sogar das Vokabular ist anfängerfreundlich, und nur eingefleischte Profis werden Fachbegriffe wie "pikieren" schmerzlich vermissen. Schön auch, dass zu jedem Kraut ein Rezept genannt wird, in dem sein Aroma zur Geltung kommen kann.
Allerdings wäre es für gärtnernde Anfänger gut zu wissen, welche Kräuter nicht gegen Ungeziefer gefeit sind -- ich sag nur: "Basilikum und Schnecken". Ich fürchte, der ein oder andere Benutzer wird hier durch Schaden klug werden müssen, denn "Dumonts Kleines Lexikon" erwähnt dieses Thema noch nicht einmal.
Ein weiteres, kleineres Manko dieses Kräuterlexikons: Außer den botanischen Namen wird nur noch der "offizielle" deutsche erwähnt -- auch im Register. Maggikraut z.B. findet man also ausschließlich unter der Bezeichnung "Liebstöckel" -- es sei denn natürlich, man kenne den botanischen Namen.
Und schließlich findet man auch noch eine kleine Prise unfreiwilligen Humors in diesem empfehlenswerten Lexikon: Der gute alte Löwenzahn, seines Zeichens hübsch blühende Landplage mit schmackhaften Blättern, wird ausführlich auf vier Seiten vorgestellt; man kann sich also umfassend über seine Pflege und Kultivierung informieren... ("Die beste Aussaatzeit erstreckt sich von Mitte bis Ende Mai. Die Keimlinge werden später [...] vereinzelt. Es ist wichtig, regelmäßig zu gießen und zu hacken.").
Von kleinen Nachteilen (und der witzigen Löwenzahn-Einlage) abgesehen ein praktisches, handliches und informatives Handbuch, auch für Anfänger.