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29 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Keiner der üblichen Glücksratgeber, sondern ein ernsthaftes philosophisches Buch, 2. Oktober 2009
Dieses wunderbare Buch ist nur auf den ersten Blick zu verwechseln mit all den anderen im Augenblick im Massen den Büchermarkt überschwemmenden Glücksratgebern a la Eckart von Hirschhausen.
Das Buch des Amerikaners David Shields will verstanden sein als "eine Art Anleitung zum Glücklichsein" und geht von der einfachen, aber wichtigen und zentralen Erkenntnis aus: "Das Leben ist einfach, tragisch und schön."
Und es leistet etwas, was die heutige Kultur und unser ganzer Lebensstil rund um die Uhr zu verdrängen suchen: es erkennt positiv an, dass alles, was lebt, eben auch der Mensch, vergänglich ist. In vielen Schleifen erzählt der Autor davon, wie letztlich alles, was wir haben und sind, alles was wir erfahren und erkennen, auf den Tod zuläuft.
Dennoch ist dieses Buch kein Buch über den Tod, kein trauriges und tristes Erkenntnisbüchlein, sondern es geht David Shields darum, was der Tod als dem Endpunkt alles Lebendigen für das Leben, solange es lebt, bedeuten kann. Sehr anschaulich beschreibt er den Gang des menschlichen Lebens vom Embryo bis hin zum Prozess des Alterns. Persönliche Anekdoten, vor allem die mit viel Witz erzählte Lebensgeschichte seines mittlerweile 97-jährigen Vaters wechseln sich ab mit kulturgeschichtlichen Essays und philosophischen Betrachtungen und Spekulationen.
Wenn man einmal anerkennt, dass unser Leben vergänglich ist, so ist Shields These, dann kann das auf den Menschen wie eine große Befreiung wirken, die eben Lebensmöglichkeiten nicht einschränkt, sondern geradezu erweitert und intensiviert. Schön ist, dass er als Autor in seinem Text diese Gelassenheit regelrecht ausstrahlt, sie geht mit jeder Seite mehr auf den Leser über.
Es wäre schön, wenn sich eine solche Haltung und solche Erkenntnis für viele Menschen umsetzen könnte. Was wir gegenwärtig erleben, ist das genaue Gegenteil. Obwohl es unserer Generation so gut geht wie keiner anderen zuvor, was das Materielle angeht, ist vielleicht keine Generation vorher so krank gewesen an der Seele und hat keine so gelitten unter einem Lebensstress, den viele ohne Drogen allerlei Art schon überhaupt nicht aushalten können und den sie schon sehr frühzeitig auf ihre Kinder, wenn sie denn welche haben, übertragen.
Es ist ein Loblied auf die nicht-spirituell begründete Gelassenheit im Leben und eine Ode des Autors an seinen Vater, dem er viel verdankt, nicht nur seine unsterblichen Gene.
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine kleine Lebens- und Sterbestudie, 11. Dezember 2009
Von der Wiege bis zur Bahre reichen die Stationen, mit denen uns David Shields in seiner "Anleitung zum Glücklichsein" erfreut. Seine Mischung aus Sachbuch, Fachbuch und Biographie ist von erfrischender Ehrlichkeit.
Er berichtet abwechselnd über entwicklungsbiologische Tatsachen und Statistiken und belebt diese Fakten mit Erfahrungen seiner Beziehungen zu seinem Vater, zur Tochter und in Erinnerungen an seine eigenen Lebensetappen.
Das Wechselspiel zwischen eigenen Erfahrungen und Sachinformation, mit denen der Autor aufwartet, ist belebend, und mit Humor zeigt er die Ambivalenzen, denen wir im Laufe des Lebens in verschiedenen Entwicklungsstufen ausgesetzt sind. Da wechseln Phasen zwischen Liebe und Hass, und der versierte Autor zeigt uns, dass diese ethnologisch überall auf der Welt parallel verlaufen.
Von der Entwicklung des Fötus bis zum Alter reichen seine Ausführungen, die er mit Zitaten aus Werken bekannter Philosophen, Abenteurer und Schriftsteller in loser Folge anreichert.
Zu Beginn schon zitiert er Kommentare zu den Hebräischen Heiligen Schriften, in denen es heißt, dass ein Baby mit geballten Fäusten auf die Welt kommt, als wolle es sagen:" Alles gehört mir. Ich werde alles erben." Wenn der Mensch aber von der Welt geht, sind seine Hände geöffnet, als wolle er sagen:"Ich habe nichts von der Welt in meinen Besitz genommen."
Die Zeit zwischen dem Leben und dem Tod sei gemessen an der Anzahl der Jahre, in denen die Welt besteht, als gering anzusehen.
Der Wechsel von philosophischer Weisheit und erfahrenem Leben macht den Reiz des Werkes von David Shields aus.
Von Beginn an vermerkt er die Gegenpole Leben und Tod als sich ergänzende Komponenten, die von uns Menschen als schwer verstehbare Ereignisse angesehen werden. Seine Aussagen kulminieren in dem Satz, den er in John Updykes
"Hasenherz"gefunden hat:" Die Fülle endet, wenn wir der Natur das Lösegeld gezahlt haben, wenn wir ihr Kinder übergeben. Dann ist sie fertig mit uns, und aus uns wird, erst innerlich, dann auch äußerlich, Abfall. Welke Blumenstengel." Mit anderen Worten, " Sich vermehren und sterben. Fortpflanzen und Vergessen."
Das Buch ist nicht zuletzt eine Hommage an den Vater von David Shields, den er mit amüsierten und erstaunten Blicken bei seinem Alterungsprozess begleitet. Und auf seine Frage nach dem Fazit des Lebens antwortet der Vater:"Das Sterben ist einfach. Das schafft jeder. Zu leben ist das Kunststück!"
Die vielen Anekdoten und Zitate, dazu die melancholisch reflektierten Erinnerungen bieten eine sehr persönliche Note.
Ob wir mit den nüchtern -realistischen Betrachtungen dieses kleinen Werkes glücklich werden?
Diese Bilanz unseres Lebens ist radikal, sie ist genau, und sie ist ehrlich und treffend. Es bleibt bei "Einer Art Anleitung zum Glücklichsein," --in Abwandlung des Titels von dem bekannten Kommunikationsforscher Paul Watzlawik, der mit seinem Buch "Anleitung zum Unglücklichsein" Maßstäbe gesetzt und die Bestsellerlisten erobert hat.
Mit seinem Buch lag David Shields lange auf den New York Bestellerlisten.
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