Als Typ ist Das Bo Weltklasse! So wie bei Herbert Grönemeyer auch fällt es deshalb schwer kritisch zu sein, denn menschlich gönnt man ihnen allen erdenklichen Erfolg.
Das es 2008 ein neues Album von Das Bo gibt ist erfreulich, leider ist Dumm Aber Schlau nicht ganz so gut wie Stadtaffe von Peter Fox. Mit 78 Minuten ist die Scheibe zu lang und nicht wenige Titel drückt man auf Dauer lieber weg. Die Fanta 4 meinten einmal, dass es am deutschen HipHop cool wäre endlich auch mal die kompletten Texte zu verstehen, so wie es den Briten und US-Amerikanern mit ihrer Rap-Musik immer schon ging. Bei manchen Stücken auf diesem Album wäre es von Vorteil die Texte nicht zu verstehen, bei der Kiffer-Verherrlichung Entspannt & Zugedröhnt etwa.
Überhaupt wirken viele Texte wie Selbsthilfe-Ratgeber (Ich mach mein Ding, Gib` nich auf), das ist zwar sympathisch, aber als Song nicht besonders prickelnd. Er ist wieder da, er war mal ganz unten, 30.000 Miese, nun isser wieder da. Yo. Freut uns ja, nun mach halt Dein Ding und sabbel nich so viel. Nich lang schnacken, anpacken!
Mehr Negatives gibt es nicht zu sagen.
Viel Hamburger Flair gibt dem Album etwas Echtes und Erfrischendes. Anna Bar klingt wie Dittsche als Hörspiel und ist um ein vielfaches unterhaltsamer als Sven Regeneres Herr Lehmann.
Fresh mit Jan Deelay (dem nasalen Platin aus der Hansestadt) haut richtig gut rein. Wir wolln` feiern, Die Insel und Geld & Macht sind sehr gelungen und mit den unten bei den Anspieltipps genannten Songs sind auch richtige Hits dabei, die viele Zitate auf andere deutsche Interpreten beinhalten und gut abgehn!
Wer Das Bo mag hat dieses Album, wer nach Stadtaffe von Peter Fox noch Platz im Einkaufwagen hat, der kann sich den coolsten Hamburger Marktschreier kaufen. Das ist nicht dumm, sondern schlau!
Anspieltipps: Dumm aber schlau, Ohne Bo, Fresh
3,5 Sterne