Während der Silberling in der Lade des CD-Players verschwindet noch schnell die Leselupe geholt, um dem beiliegenden Booklett ein paar Infos zu entlocken. Mit "Everyday Hero" startet das Album mit dem Drummer Ron Bruner jr., (Hit me), der erst mal zeigt wos langgeht. Der Mann hat seine Hausaufgaben gemacht, Einflüsse von Mike Clarke oder David Garibaldi sind unverkennbar, und vom Energielevel wird auch ein Dennis Chambers, der mittlerweile bei Santana trommelt, fast in den Schatten gestellt. Mit den Bläserhits und der hypnotisch wiederholten Textzeile hat die Nummer schön klassischen Fusioncharakter und lebt von den Unisonopassagen und Improvisationen. Die nächste Hammerballade "I tried to tell you" leitet den kommerziellen Teil ein, einfach sehr romantisch ohne seicht zu werden, mit dem gewohnt meisterhaften Pianoläufen des Meisters versehen. Bombast der Gefühle, richtig schön. "A Fonk Tail" gehört zu der Kategorie George Duke Sprechgesang, keine Ahnung was das soll, aber vielleicht brauchen das ja die Homies seiner Black Community. Mit "Dukey Treats wirds wieder modern funkey, hier trommelt Ndugu Chancler, der auch schon mit Miles und Quincey Jones gearbeitet hat. Easy Groove von Musikern, die wissen was sie tun! Geiles Bassolo von Byron Miller. "Listen Baby", ein sanfter swingiger Shuffle der Prominenz Colaiuta/Castro/Johnson kommt von der Coolness an die letzten Steely Dan Alben heran, hier sitzt jeder kleinste Notenwert, außerdem bietet Duke eine beachtlich gute Vocalarbeit. Sehr gefühlvolles Trompetensolo schafft Westcoast Athmosphäre. "Mercy" - Yeeeaaahhh! So viel Black Soul hab ich lange nicht mehr gehört, Maceo schaut um die Ecke. Unter anderem der alte Zappa Mitstreiter Murphy Brook mit im Chor, au verdammt, ich weiß wieder warum ich Black Music mag. Das obligatorische Rhodes-Solo lässt die guten alten Zeiten auferstehen. Die Bläser dürfen endlich mal wieder Mucke machen, die sie richtig anmachen und sind mit Freude und Engagement am Start. Bevor es zu psychdelic wird, schiebt der Tontech langsam die Regler nach unten. "Somebody laid it on us" ist die electronic/programming Ballade/Midtempo Nummer des Albums, etwas, das ich normalerweise überhaupt nicht mag. Aber hier spricht mich der Song erstaunlich tief an, auch der Gesang, volle Punktzahl. Gerne hätte ich diese Nummer in den Charts um Usher, JayZ und Co. zu zeigen was die Altmeister noch hinkriegen. Die nächste Nummer überspring ich mal, denn diese Geschichte nervte mich schon vor 20 Jahren. Ebenso die nächsten drei kommerziellen Songs, allesamt gelungen und hörenswert, gefallen mir und ich kann sie mir auch nach drei Mal hören noch antun. Geht so in die Earth, Wind and Fire Richtung, wär der Hammer gewesen wenn Phillip Bailey mal reingeschaut hätte. Das Album endet wie es beginnt, "Images of Us" ist eine virtuose eingängige Fusionnummer der Spitzenklasse, und dieser Run Bruner am Schlagzeug, meine Fresse, der KICKT !!!
Fazit: Kaufen, genießen !!!!