Als Plattenproduzent Bob Thiele Duke Ellington, der damals einige künstlerisch sehr fruchtbare Studiobegegnungen mit anderen großen Musikern machte, mit John Coltrane zusammenbrachte, da wird er wohl gehofft haben, daß das ewig arbeitende Hirn Ellingtons dem kreativen Vulkan Coltrane besondere Impulse geben könnte und umgekehrt ein junger Musiker den alten Duke beflügeln würde, wie das schon eine Woche zuvor bei der Platte mit Mingus und Roach der Fall gewesen war. Daß dieses Treffen aber zu einem echten Klassiker werden sollte, konnte man natürlich nicht planen; doch Duke wußte mit seinem untrüglichen Gespür spätestens nach der Einspielung von "In a Sentimental Mood" (dem zweiten Stück der Session), daß er mal wieder zur richtigen Zeit am richtigen Ort war. Der ewig forschende und mit sich selbst nie zufriedene Trane hatte gar nicht gemerkt, daß ihm gerade eine der besten, mit Sicherheit aber die berückendste Balladeninterpretation eines Saxophonisten gelungen war. Er wollte einen zweiten Take, doch Ellington winkte ab, und von da an ging's bergauf. In wechselnden Besetzungen, einmal mit Dukes Rhythmusgruppe, dann mit der Tranes, dann gemischt wurden noch weitere fünf Miniaturmeisterwerke eingespielt, jedes auf seine Weise einzigartig. Ein Album, das in keiner Musiksammlung fehlen sollte.