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Duineser Elegien. Die Sonette an Orpheus (insel taschenbuch)
 
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Duineser Elegien. Die Sonette an Orpheus (insel taschenbuch) [Sondereinband]

Rainer Maria Rilke
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Sondereinband: 89 Seiten
  • Verlag: Insel Verlag; Auflage: 16 (1. September 1974)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3458317805
  • ISBN-13: 978-3458317807
  • Größe und/oder Gewicht: 18 x 10,8 x 0,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 358.198 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

"Rilke hat gleichsam zum erstenmal die Welt betreten; er hat keine übernommen ... Alles läßt er an sich herankommen, aber nur Erwähltes in sich dringen. Was er aufnimmt, verwandelt er." Max Rychner

Über den Autor

Rainer Maria Rilke wurde als René Karl Wilhelm Johann Josef Maria Rilke am 4. Dezember 1875 in Prag geboren. Ab 1885 besuchte Rilke auf Druck der Eltern eine Militärrealschule zur Vorbereitung einer Offizierslaufbahn. Diese brach er jedoch 1891 wegen Krankheit ab. Mit Hilfe von Privatunterricht konnte er 1895 sein Abitur ablegen. Schon zu Schulzeiten begann Rilke zu schreiben. In den folgenden Jahren studierte er Literatur, Kunstgeschichte und Philosophie in Prag, München und Berlin. 1896 lernte er in München Lou Andreas-Salomé kennenlernen, der er nach Berlin folgte. Mit ihr unternahm er 1899/1900 eine Reise nach Rußland und war von dem Land nachhaltig beeindruckte. Hier lernte er auch Tolstoj kennen. 1901 trennte er sich von der verheirateten Andreas-Salomé und heiratete Clara Westhoff, die Scheidung folgte allerdings schon im folgenden Jahr. Aufgrund finanzieller Engpässe nahm Rilke monographische Auftragsarbeiten an und reiste 1902 nach Paris, wo das Gedicht Der Panther entstand, das erste der „Neuen Gedichte“. Ab 1905 nahm er sein Philosophiestudium bei Georg Simmel wieder auf, lernte später auch Sigmund Freud kennen. Er unternahm Reisen nach Nordafrika, Ägypten und Spanien. Rilkes Tagebuchroman Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge wurde 1910 veröffentlicht. 1919 siedelt er in die Schweiz über. In den 1920er Jahren erkrankte er an Leukämie, hielt sich wiederholt in Sanatorien auf und verstarb schließlich am 29. Dezember 1926 im Sanatorium Valmont bei Montreux in der Schweiz.

Rainer Maria Rilke ist seit dem Jahr 1900 Autor des Insel Verlages, seit 1908 wird sein Werk hier nahezu geschlossen betreut. Die folgende Übersicht gibt Auskunft über die im Insel und Suhrkamp Verlag erscheinenden Rilke-Editionen: die Vielzahl der bereits vorliegenden Werk-, Einzel- und Sammelausgaben, die Briefwechsel und die Arbeiten zu Werk und Persönlichkeit des Dichters.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von kpoac TOP 500 REZENSENT
Format:Sondereinband
"... Denn das Schöne ist nichts
als des Schrecklichen Anfang, den wir noch grade ertragen,
und wir bewundern es so, weil es gelassen verschmäht,
uns zu zerstören." (Rilke, 1. Elegie)

Rainer Maria Rilke (1875-1926) hat als Spätwerk in unterschiedlichen Phasen die Duineser Elegien verfasst. Zu empfehlen ist auch Das Stundenbuch, auch über einen längeren Zeitraum entstanden und zeigt die Tiefe der Empfindungen Rilkes. Die Rezension dazu berichtet mehr über Rilke.

"Es nähme einer mich plötzlich ans Herz: ich verginge von seinem stärkeren Dasein. Denn das Schöne ist nichts als des Schrecklichen Anfang, ..."

Diese Liebestheologie Rilkes transformiert die Liebenden. Nicht die Liebe an sich, sondern die Liebe des Unerreichbaren und des Verzichts wird erhöht, nicht der Besitz der Liebenden gegen- und füreinander, sondern gerade der Abstand, die Weite, das Unerfüllbare machen die Liebe im Sinne Rilkes vollständig und voller Sehnsucht. Nichts bleibt "als ein Baum am Abhang, den wir täglich wiedersähen" und doch ein "Wind voller Weltraum", der am Angesicht zerrt, sanft enttäuschend. "Ist es nicht Zeit, dass wir uns liebend befreien ..." schreibt er in der ersten Elegie, wohl wissend, dass nichts von Bestand ist, im Abstand sich jedoch die Vernunft in Poesie verwandelt. Die Struktur der Elegie tritt hinter den Klagegesang zurück, der zu einem Pathos des Leids wird. "Denn Bleiben ist nirgends" weiss er zu gut und so wandelt sich die wirkliche Welt in eine erhabene Daseinsform der Engel, der Stimmen aus dem All, die die elementaren Erfahrungen von Schmerz und Tod mit einschließen.

Rilke ringt mit all seiner Lebenserfahrung, weiss um Leben, Verlust und Tod und denkt gerade noch daran, dass "das Totsein ... voller Nachholn" ist und vermisst doch im Leben den Gleichschlag der Zugvögel. Zehn Elegien ringen um Liebe, Sehnsucht, Verlust, Schmerz und Tod. Sie sind Klagelieder und Jubelhymnen, sie klagen über Unvollkommenheit, und die Gebrochenheit des menschlichen Daseins, sie sind metaphysisch in einer anderen Welt und doch ringen sie um das "Hiersein ist herrlich" (7. Elegie). Letztendlich bleibt die Fülle des Daseins auch im Abschied, denn nur die Annahme von Leid und Schmerz erzwingt auch die Fülle in Allem. Als Wesen außerhalb der zeitlichen und räumlichen Ordnung sind die Engel zustimmender Jubel, der zwischen Leben und Tod nicht unterscheidet. Wie bei Pindar rühmen die Elegien junge Helden und junge Tote.

Die Fünfte Elegie ähnelt einem Zirkus der Virtuosen in ernstlicher Lebensnähe, modernes Leben in seiner Vielfalt, zwischen Zustimmung, Kleinmut und übersinnlichem Dasein zeigt sich die "schwankende Waage". Es ist der unbekannte Platz der Zukunft, der all denen hohe Figuren verheißt, "die's hier bis zum Können nie bringen".

Rilkes Duineser Elegien sind von einer Sprachgewalt, von bestechenden und phantastischen Bildern, die den Leser nie in seiner Ganzheit umfassen und die der Leser ebenso nicht zu umfassen im Stande ist. Diese Elegien sind Lebenswerk Rilkes und sie werden so Lebenswerk des Lesers, denn mit seinem Leben und den darin enthaltenden Erfahrungen wird sich dieser Text immer wieder neu präsentieren. "Denn ihm haftet immer an, was uns / oft überwältigt, - die Erinnerung,"

Für Stefan Zweig waren Rilkes Elegien wie ein Tropfen, spiegelnd gegen den Himmel gehalten, eine geheimnisvolle Durchsichtigkeit des Wesenhaften, neue Annäherung zu neuer Vollendung.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Timo Brandt TOP 500 REZENSENT
Format:Sondereinband
Zunächst: Bei der anderen Version, der Insel-Ausgabe (hier) gibt es eine sehr stimmige und gute Rezension von "kpoac". Ich empfehle sie wärmstens!

Die Duineser Elegien werde ich, da sonst die Rezension hier zu lang werden würde, als einzelnes Werk hier abhandeln. Gesagt sei aber auch in dieser Rezension, dass man bei ihnen von den vollkommensten und zugleich kaleidoskopartigsten Gedichten reden könnte, die je geschrieben wurden. Sie halten genau die Waage zwischen Hoffnung, Trost und dem Gefühl des C'est la vie.

Die Sonette an Orpheus sind Gesänge. So könnte man von ihnen sprechen. Ihr ganzes Kreisen, das sprachlich und metaphorisch über alles hinausgeht was Rilke in seinen drei Gedichtbänden (Das Stundenbuch, Das Buch der Bilder und Neue Gedichte) schon an Tiefe gewohnen hatte, ist hymnisch und leise flüsternd zugleich. Ich empfehle die anderen drei Bände (in dieser Reihenfolge) unbedingt und würde auch empfehlen so Rilke kennen zu lernen, bevor man sich diesem letzten Spätwerk zuwendet.

"Euch, die ihr nie mein Gefühl verließt,
grüß ich, antikische Sarkophage,
die das fröhliche Wasser römischer Tage,
als ein wandelndes Lied durchfließt."

Beide, die Elegien und die Sonette bilden Pendanten zu dem jeweils anderen: Hier die kraftvollen, weiten, philosophischen, freien Epen; dort die streng gereimten, fröhlichen, fast heiteren, manchmal sanften, offenen Lieder. Doch ist ihnen die tiefe von Metaphorik und Bild gleich, eine kaum mehr zu assoziierende, symbolische Verstecktheit; aber auf irgendeine Weise, lässt auch diese scheinbare Hermetik, die erstaunlichsten, schönsten Bilder und Reime durch:

"Heil dem Geist, der uns verbinden mag;
denn wir leben wahrhaft in Figuren.
Und mit kleinen Schritten gehn die Uhren
neben unserm eigentlichen Tag."

Und so manche Zeile scheint auch eine tiefe, begreifbare Wahrheit zu enthalten:

"Du, mein Freund, bist einsam, weil...
Wir machen mit Worten und Fingerzeigen
uns allmählich die Welt zu eigen,
vielleicht ihren schwächsten, gefährlichsten Teil."

Rilke war auch schon immer ein Dichter der Vergänglichkeit - und zugleich des Bejahens. Dies beides bringt er auf wundersame Weise immer wieder zusammen:

"Was haben die Augen einst ins umrußte
lange Verglühn der Kamine geschaut:
Blicke des Lebens, für immer verlorne.

Ach, der Erde, wer kennt die Verluste?
Nur, wer mit dennoch preisendem Laut
sänge das Herz, das ins Ganze geborene."

Rilke, der bald, im Jahre 1925, starb, entlässt und auf wunderschönste, vollkommenste Weise:

"Stiller Freund der vielen Fernen, fühle,
wie dein Atem noch den Raum vermehrt.
Im Gebälk der finstern Glockenstühle
laß dich läuten. Das, was an dir zehrt,

wird ein Starkes über dieser Nahrung.
Geh in der Verwandlung aus und ein.
Was ist deine leidendste Erfahrung?
Ist dir Trinken bitter, werde Wein.

Sei in dieser Nacht aus Übermaß
Zauberkraft am Kreuzweg deiner Sinne,
ihrer seltsamen Begegnung Sinn.

Und wenn dich das Irdische vergaß,
zu der stillen Erde sag: Ich rinne.
Zu dem raschen Wasser sprich: Ich bin."

Lesen sie diese Werke. Denn man ist und sollte lesen, vor allem das Wunderbare.
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Wundervoll ! 30. August 1999
Von Ein Kunde
Format:Sondereinband
ZUM DAHINSCHMELZEN, eins der schönsten Werke von Rilke. Rilkes Duineser Elegien sind eigentlich nicht als EIN homogen durchkomponiertes Werk zu sehen, schließlich entstanden sie doch in der Zeit von 1912 bis 1922. Das bedeutet, daß die letzten Teile vier Jahre vor seinem Tod entstanden; man merkt ihnen an, daß Rilke bereits viel gesehen und erlebt habt. Diese Elegien lesen sich nicht so leicht wie Rilkes Gedichte, aber sie sind nicht von geringerer Schönheit. Hat man sich auf seine Sprache einmal eingelassen sieht man sich mit den tiefsten und grundlegensten (philosophischen) Gedanken und Menschheits- Emotionen konfrontiert, die man so vielleicht gar nicht von Rilke erwartet hatte. Besonders ans Herz ging mir der Beginn der ersten Elegie, die einen sofort in die typische "Rilke- Stimmung versetzt. Aber auch die siebente Elegie ist schön: „Nirgens Geliebte, wird Welt sein, als innen. Unser Leben geht hin mit Verwandlung. Und immer geringer schwindet das Außen. Wo einmal ein dauerndes Haus war, schlägt sich erdachtes Gebild vor,..." (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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