Ein kleines, schmales Büchlein, das es in sich hat. Umfassende übersichtliche Informationen, tolle Bilder. Für jeden, dem Düfte im Garten wichtig sind, eine wirkliche Kaufempfehlung.
Was duftet da nicht alles. An Rosen werden sicher viele denken, aber wer wirklich einmal duftende Exemplare im Gartenmarkt gesucht hat, weiß, wie schwierig das ist. Helga Urban macht Vorschläge und nennt einige Bezugsadressen für Duftpflanzen am Ende des Buches.
Oft macht es die Masse aus, ob ein Duft wahrnehmbar ist, wie z. B. bei Hyazinthen und Maiglöckchen. Die Innsbrucker Innenstadt im Frühjahr eingehüllt in eine Duftwolke aus Hyazinthen werde ich persönlich nie vergessen. Auch die Pflanzenhöhe ist wichtig, wie ich selber leidvoll erfahren mußte. Was nützt es schon, wenn da im Februar Sarcococca wunderbar duftet, aber nicht über meinen Knöchel hinausreicht und auch ansonsten in meinem Garten nur sehr schwer wächst.
Wunderbar duftende weiße Madonnenlilien haben dagegen die richtige Nasenhöhe, brauchen aber unbedingt einen neutralen bis alkalischen Boden (meine Erfahrung: sie missbilligen Rindenmulch). Sind Lilien noch schwierige Primadonnen, kann man mit Lavendel, dem klassichen Mai-Flieder, dem Sommerflieder und den duftenden Gewürzkräutern nicht viel falsch machen. Es gibt doch tatsächlich auch duftenden Varianten von Pflanzen, bei denen ich es nicht vermutet hätte. Z. B. Clematis armandii (leider sehr frostanfällig) oder Hosta Royal Standard.
Helga Urban nennt die deutschen und lateinischen Pflanzennamen und beschreibt ausführlich Duftintensität, Duftart, Blühzeitpunkt, Standort, Frosthärte. Und das alles teilweise mit Fotos und am Buchende nochmals tabellarisch aufgelistet.
Nur meinen "Duftstar" hat sie vergessen: Jenen Philadelphus (Bauernjasmin), der in meinem Garten phänomenale Duftwolken kreiert. Duftintensitätsvergleiche zwischen verschiedenen Philadelphussorten sind bei Pflanzenanbietern im Internet zu finden.