Es steht ja wohl außer Frage, dass The Notorious B.I.G. einer der größten Rapper aller Zeiten war. Mit zwei zu Lebzeiten veröffentlichten Studioalben wurde er zur Legende. 2005 wurde nach "Born Again" aus dem Jahre 2001 das zweite posthume Album namens "Duets: The Final Chapter" releast. Leider konnte ich dem Album vor allem der etliche Features wegen nicht viel abgewinnen und betrachte es daher als Kommerz pur. Während Biggie früher vor allem mit Leuten wie The Madd Rapper, Wu-Tang Clan, The LOX und Lil' Kim, also zum Großteil nur Underground-Artists, zusammengearbeitet hat, wird im Falle dieses Albums vor allem auf einen sehr hohen Bekanntheitsrang gesetzt. Da dürfen Leute wie Eminem, Jay-Z, Diddy himself, Nas, Mary J. Blige, Big Pun (R.I.P.), Nelly, Jagged Edge, R. Kelly, The Game, Lil' Wayne, Jim Jones, Akon, Bone Thugz N Harmony, Fat Joe und Freeway natürlich nicht fehlen. Von den ganzen namhaften Produzenten (unter anderem Just Blaze, Jazze Pha, Scott Storch und Swizz Beats) mal abgesehen. Natürlich gehen ein paar der Features wie Mobb Deep oder wegen mir auch Faith Evans, Nas und Jay-Z vollkommen in Ordnung doch es steht ja wohl außer Frage, dass The Notorious B.I.G. niemals mit Leuten wie Nelly, T.I. oder vor allem Jazze Pha und Missy Elliot zusammengearbeitet hätte. So kann man das Album meiner Meinung nach nicht mal als eines von Biggie bezeichnen. Die Rhymes von ihm wurden aus den alten Werken etwas aufgepeppt hinzugefügt wurden ein paar Gäste auf jedem Song plus einen neuen Beat aus dem 21. Jahrhundert und schon hat Sean "Puffy" Combs ein neues Tribute-Album geschaffen. Eigentlich ist eine veröffentlichung eines solchen Albums schon augrund dieser Tatsachen lächerlich, dennoch muss ich zugeben, dass es in musikalischer Hinsicht einige Lichtblicke zu verzeichnen gibt. Dazu zählen "Beef (feat. Mobb Deep)", "Living In Pain (feat. Tupac, Nas & Mary J. Blige)", "Hold Ya Head (feat. Bob Marley)" und 1970 Somethin' (feat. The Game & Faith Evans)". Die ganzen R&b Tracks wie "Nasty Girl" oder "Living The Life" mit unter anderem Features wie Snoop Dogg, Bobby Valentino und Jagged Edge sind dagegen völlig Fehl am Platz. Ironischer Weise waren gerade die beiden ebengenannten Songs zwei der Singleauskopplungen aus "Duets: The Final Chapter". Teilweise passen die doch sehr Oldschool mäßigen Lyrics von Biggie und sein Flow nicht einmal richtig auf die modernen Beats. So zum Beispiel auf "Get Your Grind On (feat. Big Pun, Fat Joe & Freeway)". Die vorhin angesprochenen etlichen Gäste hingegen haben sich hörbar viel Mühe gegeben und können so gut wie alle überzeugen. Vor allem der Hook von 2pac (R.I.P.) auf "Living In Pain" gefällt mir sehr gut. Nichtsdestotrotz ist es ja wohl völlig klar was Diddy mit diesem Album bezwecken wollte und daher gibt es von mir nur 2 Sterne für ein absolut vor Kommerz überquwillendes Album. Das hier ist nicht Biggies Style und wäre es wohl auch nie gewesen. Let Him Rest In Peace!