Die Missouri Breaks waren in der Zeit, in der dieser Film spielt noch ein von der Strafgerichtsbarkeit der USA unerschlossenes Gebiet. Wollten sich die Siedler nicht kampflos den in dieses Gebiet hereinströmenden kriminellen Banden und Strolchen ergeben, so mussten sie diese bekämpfen und mit eigenen Mitteln eine Strafgerichtsbarkeit einführen. So entstanden Volksgerichte. Die Mitglieder dieser Volksgerichte nannte man Regulatoren; diese waren Gesetzgeber, Richter und Vollstrecker in einer Person.
Sie waren in etwa vergleichbar mit der deutschen Feme.
Regulatoren und Feme gemein ist ihr Wirken im Verborgenen. "Tagsüber" friedliebende Bürger, die vor dem Mob kuschen, wandeln sich diese zu gegebener Zeit in furcht- und erbarmungslose "Rächer". Und agieren so in ähnlicher Weise wie die Kriminellen auf der anderen Seite des Gesetzes: Getarnt als friedliebende Bürger, wandeln sich diese zu gegebener Zeit in erbarmungslose Diebe und Mörder.
Marlon Brando spielt den Regulator. Tagsüber ein "überkandidelter", nach Veilchen duftender Parvenü, wandelt er sich draußen in der Wildnis zum erbarmungslosen, fintenreichen Menschen-Jäger. Jack Nicholson gibt den friedlichen, Kohl anbauenden Kleinbauern, der in "Wirklichkeit" der Kopf der Bande von Pferdedieben ist, die die Existenz der Pferdezüchter auf das Ärgste bedroht.
Der Plot könnte also so einfach sein. Und wäre er auch bei einem klassischen Western von Howard Hawks oder John Ford gewesen: Marlon Brando hätte einen weißen Hut, Jack Nicholson einen schwarzen getragen. Bei diesem Film aber handelt es sich aber um einen wesentlich vielschichtigeren Spätwestern. Und um einen Film, bei dessen Dreharbeiten sich sowohl Arthur Penn, als auch seine beiden Hauptdarsteller prächtig amüsiert haben müssen.
Marlon Brandos Lee Clayton ist ein alternder Mann, der sich auch ein wenig nach Ruhe und einem Alterssitz sehnt. Das Herrenhaus des Ranchers, der ihn engagiert hat, scheint ihm durchaus angemessen zu sein und so zieht er die Jagd nach dem Kopf der Bande, als dessen er Jack Nicholsons Tom Logan längst identifiziert hat, künstlich in die Länge. Der Rancher ist ihm in keiner Weise gewachsen und muss dem Treiben hilflos zusehen.
Aber auch Jack Nicholsons Tom Logan umkreist seinen Widersacher, als welchen auch er den scheinbaren Parvenü entlarvt hat, eher abwartend und gar nicht so zielgerichtet, wie es seine Freunde eigentlich von ihm verlangen. Des Rätsels Lösung: Des Ranchers Töchterlein hat es dem Strolch angetan und er für sie ein Märchen vom armen, schwer schuftenden Kleinbauern erfunden.
Regulator und Strolch haben bei einem Duell mit Waffen, also (zu)viel zu verlieren. Egal wie es ausgeht, sie würden immer Verlierer sein. Allein der Status Quo hält ihre Träume am Leben. So beginnen Sie ein sehenswertes Katz- und Maus-Spiel, bei dem auf der einen Seite Recht und Gesetz - auf der anderen Seite die Freunde die Verlierer sind.
Herrlich, wie Arthur Penn und seine beiden Protagonisten der zarten Planze "Bürgerliche Moral" liebevoll ein Blütenblättchen nach dem anderen ausreißen. - Ein Molière hätte hierbei seine helle Freude gehabt!
Das Finale ist unweigerlich, das Ergebnis aber genauso abstrus wie eigentlich logische Folge dieses zuerst halbherzig und dann immer leidenschaftlicher vorgetragenen Duells.