Hitlers Sturmtruppen stehen vor Stalingrad, der Stadt, in der der 2. Weltkrieg seine Wendung nehmen sollte. Doch 1942 ist dies noch ungeschriebene Geschichte- die rote Armee versucht verzweifelt, dem braunen Ansturm standzuhalten. Versorgungslücken überall führen dazu, dass nur jeder zweite Soldat ein Gewehr bekommt- bei der Überlebenswahrscheinlichkeit wird jedem Zweiten lediglich ein Magazin in die Hand gedrückt und dieser dem Gewehrträger angehängt- er kann sich das Gewehr nehmen, wenn dessen Träger fällt. Dann wird zum Sturm geblasen, gegen die feindlichen Maschinengewehre, die Verluste sind verheerend, der Ansturm ein Todesurteil für die Angreifer. Und noch schlimmer: Wer einmal nach vorn stürmt kann nicht zurück, er wird als Deserteur von den eigenen Maschinengewehren niedergemetzelt, sollte er den Rückzug antreten.
Die Situation ist hoffnungslos, die Moral am Boden. Aber aus der Hitze der Gefechte wird ein Held geboren, der den Soldaten Hoffnung geben soll. Ein Scharfschütze, der es auf deutsche Offiziere abgesehen hat und damit für beträchtlichen Schaden in den feindlichen Reihen sorgt: Vassili Saizev (Jude Law). Die deutsche Führung kommt mit den Beförderungen nicht mit- im Handlungszwang entsenden sie Major König (Ed Harris), dessen Auftrag nur darin besteht, Saizev endlich das tödliche Präzisionshandwerk zu legen. Im völlig zerstörten Stalingrad entbrennt ein Duell, in dem nur der siegt, der als Erster den Feind erspäht und den Abzug drückt...
Zum Film:
Auch wenn ich dem Film nicht das Attribut Antikriegsfilm geben kann, ist er durchweg sehr spannend und streckenweise brutal bewegend. Das ist zum Einen begründet in der hervorragend gestrickten Story, die recht schnell aber doch flüssig das Berichten über den Verlauf der Schlacht um Stalingrad ablenkt hin zu dem eigentlichen Thema des Filmes, dem Duell der beiden Scharfschützen Saizev und König. Es wird dabei eingängig auf die Person Saizev eingegangen und damit auch das Leben in dieser vom Krieg gebeutelten Stadt eindringlich darstellt. Zu Major König wird bewusst wenig gesagt- er ist der Feind, sein Auftrag ist Programm, seine Vorgehensweise gerissen, unberechenbar und konsequent, mit seinem nächsten Schritt baut sich die Spannung auf. Was mir persönlich auch sehr gut gefiel waren die Kulissen, in denen sich die Story bewegt, damit verbunden auch die Kamera, die den ein oder anderen ungewohnten Blickwinkel einfängt.
Zum Anderen lebt der Film auch aus der hervorragenden Besetzung: Jude Law („Gattaca") und Ed Harris („The Abyss") treten gewohnt souverän auf, aber auch Joseph Flemmes („Elizabeth") und Rachel Weisz („Die Mumie I+II") sollten hier genannt werden.
Zur DVD:
Dargeboten wird der Hauptfilm im anamorphen Widescreen- Format (2,35:1), das Bild ist sehr ausgewogen und zeigt guten Kontrast. Die Vertonung ist recht gut gelungen- besonders die Eingangsszene geht dabei mächtig ans Eingemachte, aber auch im fortgeschrittenen Film wird eine gute dreidimensionale Abbildung geschaffen, Explosionen wirken klanglich realistisch und genau so präzise wie der dagegen leise Auswurf einer einzelnen Patronenhülse aus dem Lauf eines Gewehres.
Extras sind auf der von BMG aufgelegten DVD auch vorhanden- darunter ein ca. 20 Minuten langes „Making Of „ und „Deleted Scenes". Neben der Deutschen ist auch eine englische Tonspur vorhanden, der Englischen ist auch nicht ein dauerhafter deutscher Untertitel aufgedrück worden, man kann diesen ausblenden. Die Umsetzung ist damit nicht gerade das Non Plus Ultra, Kritik kann man an dieser Stelle aber auch nicht anbringen.
Mein Fazit:
Durchaus spannend und sehenswert ist dieser Film doch kein Antikriegsfilm, die sehr stimmige Umsetzung, die gute Story, die hervorragenden Schauspieler und der bis zum Finale anhaltende Spannungsaufbau konnten mich aber überzeugen: Vier Sterne hat der Film verdient.