Aus der Amazon.de-Redaktion
Regisseur Jean-Jacques Annaud fängt diesen Wahnsinn mit nachdrücklicher Authentizität ein und schafft damit den massiven Hintergrund, vor dem sich ein weitaus persönlicherer Kampf zwischen den Ruinen der Stadt abspielt. Aus dieser authentischen Grundlage heraus verlagert sich die Geschichte zu einem intensiven Katz-und-Maus-Spiel zwischen einem zu heldenhaftem Ruhm erhobenen russischen Schafhirten und einem deutschen Scharfschützen, dessen Fertigkeit in ihrer tödlichen Präzision ihresgleichen sucht. Vassily Zaitzev (Jude Law) knallt die Deutschen Kugel für Kugel einzeln ab, und der deutsche Major König (Ed Harris) wurde beauftragt, Vassily auszuschalten, um dem Führer weitere Peinlichkeiten zu ersparen.
Auch im Krieg gibt es Liebe, und Vassily liiert sich mit einer Soldatin (Rachel Weisz), die jedoch auch von Danilov (Joseph Fiennes) geliebt wird, dem sowjetischen Offizier, der den Ruhm seines Freundes Vassily als Russlands dringend benötigter Held fördert. Diese romantische Rivalität ist für die eigentliche Handlung nur von peripherer Bedeutung -- nicht genug, um Duell - Enemy at the Gates zu einem klassischen Kriegsfilm zu erheben. Statt dessen ist es ein straffer, gut gemachter spannender Thriller, eingebettet in einer monumentalen Schlacht. Und obwohl es Annaud und Koautor Alain Godard nicht gelingt, die parallelen Handlungen dauerhaft miteinander zu verknüpfen, ist Duell - Enemy at the Gates dennoch eine beeindruckende Produktion.
In höchstem Maße konventionell, jedoch intelligent und mit überragender Kunstfertigkeit gehandhabt, wird hier der Krieg als strategische Unterhaltung präsentiert, ohne ihn jedoch als von Menschenhand geschaffene Hölle zu kompromittieren. --Jeff Shannon
Produktbeschreibungen
Stalingrad 1942/43: Sowjetische und deutsche Truppen liefern sich seit Monaten die grausamste Schlacht des Zweiten Weltkriegs. Um den russischen Kampfgeist trotz der feindlichen Übermacht zu stärken, baut Polit-Offizier Danilov (Joseph Fiennes) den gefürchteten Scharfschützen Vassili Zaitsev (Jude Law) zum gefeierten Nationalhelden auf. Zaitsev demoralisiert die deutschen Angreifer derart, dass das Oberkommando der Wehrmacht Major König (Ed Harris), seinen besten Schützen auf Zaitsev ansetzt. Zwischen Trümmern und brennenden Ruinen liefern sich die beiden verfeindeten Soldaten schließlich ein gnadenloses Duell, bei dem nur der überlebt, der die nächsten Schritte seines Gegners vorausahnt.
Jean-Jacques Annaud (Der Name der Rose) inszenierte einen aufwändigen und packenden Kriegsfilm mit grandioser Besetzung: Jude Law (Sherlock Holmes), Joseph Fiennes (Luther), Ed Harris (A History of Violence), Rachel Weisz (Die Mumie) und Bob Hoskins (Unleashed – Entfesselt).
Video Jakob Kurzinhalt
Movieman.de
Moviemans Kommentar zur DVD: Die Verleihdisc kommt noch ohne jedes Zusatzmaterial aus, was sich aber zum Verkaufsstart Anfang 2002 ändern wird. Technisch ist die Disc auf sehr gutem Niveau, wenn auch nicht perfekt. Der extreme Basspegel sollte noch schnell geändert werden. Ein kleiner Goof tut sich bei 01.09.40 auf, als Ed Harris erst ohne Kapuze liegt, und dann in der nächsten Szene mit Kapuze zu sehen ist. Filmisch bietet "Duell" im Grunde ein düsteres Kammerspiel, dessen monumentalen Momente aufgesetzt wirken.
Bild: Der erste Bildeindruck ist schon sehr erfreulich. Gesichter in der Nahaufnahme sind von höchster Schärfewirkung, wenn Jude Law im Dreitagebart vor der Kamera steht. Ab der Halbtotalen werden Konturen ein wenig weich. Der Kontrastumfang ist ebenfalls sehr gut, wenn auch ein wenig zu hoch eingestellt, was man daran erkennen kann, daß blaue Himmelsflächen zugeweißt sind und in dunklen Szenen einige Graustufen fehlen (00.45.15). Gelegentlich tritt noch ein wenig Rauschen und in Nebelszenen ein sanfter Mattscheibeneffekt auf (00.11.05, 00.14.39, 00.24.20). Alles aber weit im grünen Bereich und sehr ausgereift.
Ton: Der Bass ist viel zu laut aufgespielt. Selbst das normale Vorbeigehen der Truppen poltert derartig aus den neutral gepegelten Lautsprechern, daß man schnell leiser stellt und dann nichts mehr versteht. Bei 00.04.20 dampft die Lok los, als würde ein Panzer nebenan einparken. Nachdem der LFE-Kanal um 5dB abgesenkt wurde, ging es dann ganz gut und knallt immer noch mehr als ausreichend, wenn die Messerschmidts Luftangriffe fliegen. Räumlichkeit wird durch viel eingestreute Atmo (manchmal auch gaaanz weiten hinten links oder rechts) eindringlich geboten. Der von Einfallslosigkeit geprägte James Hornersche Soundtrack verteilt sich nett im Raum und bedient sich eigentlich nur älterer musikalischer Ideen etwa aus Star Trek: Zorn des Khan, pp. --movieman.de