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Duell in Diablo (USA, 1966)
Mit: James Garner, Sidney Poitier, Bibi Andersson, Bill Travers, Dennis Weaver, John Hoyt, Eddie Little Sky u. A.
Regie: Ralph Nelson
Musik: Neal Hefti
Bild: gut / Farbe / Breitbild
Sprache: englisch
Synchronisation: deutsch und französisch
Untertitel: deutsch, englisch u.a.
Filmlänge: 100 Minuten
Genre: Western > Actionwestern
Specials: keine
Einer der besten Western der Filmgeschichte.
James Garner als grimmiger Scout in einer seiner besten Rollen. Er sucht den Mörder seiner skalpierten, indianischen Frau und wird ihn finden.
Beeindruckend in Szene gesetzte Darstellung des unversöhnlichen Kampfes zwischen Rot und Weiß - wobei der Charakter der Toleranz gegenüber der roten und schwarzen Ethnie von Anbeginn eine große Rolle im Film spielt.
Ralph Nelson hat genau gewußt, warum er die beiden diskriminierten Ethnien in seiner Handlung integrierte, um ihnen mittels ausgeprägter Profile eine Stimme zu geben. Nicht umsonst hat er mit Sidney Poitier vier Jahre zuvor Lilien auf dem Felde gedreht und drei Jahre später den tragisch-denkwürdigen Film Soldier Blue gemacht.
Zur negativen Kritik am Regisseur, dem zB. auch Gewaltpornographie vorgeworfen wurde und anderen ungerechtfertigten Nebulositäten: beispielsweise ist die negative Kritik von Joe Hembus in seinem Westernlexikon vollkommen deplaziert, entbehrend jeglicher Logik und Vernunft, die auch von seinem Sohn Benjamin in den erneuerten Ausgaben bis heute nicht revidiert wurde. Duell in Diablo ist in sich ein schlüssiger, verständlicher und indianer-toleranter Western, in dem die weiße Heldin von Indianern mehr akzeptiert wird, als von Weißen samt ihrem rassistischen Ehemann (Weaver). Weiters ist der Held mit einer Komanchin verheiratet gewesen, die von Weißen ermordet wurde. Sidney Poitier als Afroamerikaner hat sich verselbständigt und realisiert seine neugewonnene Freiheit innerhalb der weißen Dominanz souverän und erfolgreich. Was soll daran kritikwürdig bzw. überladen sein? Es ist an der Zeit, solche völlig vom Himmel herbeigeholten Unsinnigkeiten zu beseitigen und dem Film seine Würdigung zu zollen.
Das Selbe betrifft den Film Soldier Blue der sich schlicht das Recht nimmt, ein Massaker an Cheyenne authentisch wiederzugeben. Von Gewaltpornographie keine Rede, da die Intention nicht Begeilung, sondern Betroffenheit ist. Die Indianer Nordamerikas sehen den Film sicher nicht als pornographisch an, sondern als visuell dokumentiertes Eingeständnis eines großen, historischen Unrechtes, das es gilt aufzuzeigen - auch mittels des Mediums Films, wenn möglich. Zudem widersprechen sich die Intentionen von Joe Hembus radikal in der Tatsache, dass er andere gewaltexzessive Western in den Himmel hob, wie zB. The Wild Bunch, Sierra Chariba, El Topo, Italowestern etc. Bei Little Big Man hat er nichts auszusetzen gehabt, obwohl hier die Darstellung des Indianermassakers um nichts gewaltgeminderter ist. Das ist zweierlei Maß.
Duell in Diablo ist ein Klassewestern, der seinesgleichen sucht in der Westerngeschichte. Ein Actionwestern höchster, professioneller Qualität mit wunderbarem, mythischem Soundtrack als Begleitung.