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Produktinformation
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In solchen und ähnlichen Zweifelsfällen greift eine große Mehrheit immer noch zum Duden, trotz mittlerweile lebhafter Konkurrenz. Die fünfte Auflage gehört mit über 250.000 Wörtern (inklusive "straight", "kultig" und "Relaunch", aber ohne "Boxenluder" und "Powerpoint"), Redewendungen und Anwendungsbeispielen zur S-Klasse unter den Nachschlagewerken. Drei Spalten pro Seite, blaue Stichwörter, kursiv gedruckte Beispielsätze, idiomatische Ausdrücke fett herausgehoben -- am Lay-out liegt es bestimmt nicht, dass man manchmal etwas länger suchen muss.
Unter "Account" steht nun aber lediglich "Zugangsberechtigung zum Internet" und es gibt keinen Verweis auf das mustergültig definierte "Key-Account-Management". Unserem Studenten würde ein kleineres Lexikon, womöglich mit speziellen Info-Boxen, schneller weiterhelfen, andererseits müsste er dann bei Begriffen wie "Falasche" oder "Subsidiarität" doch wieder ein zweites Buch zu Rate ziehen. Will sagen: Dieses Modell hat -- ungeachtet kleiner Einwände -- enorm viel zu bieten, ist aber nichts für Anfänger oder Sonntagsfahrer, sondern für (angehende) Profis.
Wer ungern blättert, das Ding nicht mit sich herumschleppen möchte oder Aussprachehilfen für 4.000 Fremdwörter sowie -- interessant vor allem für Deutschlerner -- 6.000 Begriffe aus unserem Grundwortschatz benötigt, greift zur Version mit CD-ROM oder zur separaten Disc. Also: In Ruhe überlegen, wo und wozu Sie einen Duden brauchen. Auch mit einem Modell aus der Kompaktklasse kann man Spaß haben. Oder wie meine Bekannte sagen würde: Immer schön krüsch bleiben. --Patrick Fischer -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .
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Neue Einträge wurden kaum aufgenommen - daher nach wie vor 1892 Seiten. Deshalb mußten erneut Wörter getilgt werden. Beispielshalber sei erwähnt, daß unter A, B und C 24 Neueinträgen (abdüsen, abschiffen, Account, After-Work-Party, Antiaging, Antragsgegner, Asset, Audit, Aufbauhilfe, aufbetten, aufbrezeln, Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, auschillen, Barcode, Benefit, Bepreisung, Bildungsziel, Blowjob, Blutsaugerin, börsennotiert, Briefaktion, Brokerin, Caipirinha, Cheerleader, Cookie) 14 Streichungen (acherontisch, Aftervasall, Agamet, Antrinket, Audiphon, Bärme, bosselieren, Brittelmaß, Chemigraphie, chevaleresk, Chimborasso, Chinagras, Condylus und Consilium Abeundi) gegenüberstehen. Das letzte Beispiel zeigt übrigens, wie schwierig in solchen Fällen die neue Groß- und Kleinschreibung ist. Man schreibt nicht mehr einfach das erste Wort groß und die folgenden klein (also »Consilium abeundi«), sondern man muß auch bei Fremdwörtern der entlegensten Sprachen die Wortarten der Einzelbestandteile kennen, um im Sinne der Reform korrekt schreiben zu können. Die neuen Stichwörter reichen vom Fachsprachlichen über extrem kurzlebige Wortbildungen hin zu bisher schlicht Vergessenem (wie z. B. dem »Antragsgegner«). Ein kurzer Vergleich zeigt sofort, daß das Nachschlagen bei den nun nicht mehr vorhandenen Lemmata viel wichtiger gewesen wäre. Der Überschuß der Neuaufnahmen gegenüber den Tilgungen wurde im übrigen durch Kürzungen bei Erläuterungen und Beispielen - wie bei »abschinden« - ausgeglichen. Einige weibliche Formen hat man dennoch vergessen, so z. B. die »Antragsgegnerin« oder die »Bantamgewichtlerin«, in Zeiten des Frauenboxens im Gegensatz zu vielen anderen weiblichen Personenbezeichnungen, die sich das DUW ausgedacht hat, sogar belegbar: „Bantamgewichtlerin Daisy Lang".P>Im Vorwort wird die Neuauflage unter anderem mit den Veränderungen der deutschen Sprache durch die Ereignisse des 11. September und das Zusammenwachsen Europas begründet. Trotzdem bleibt der Benutzer weiterhin im unklaren, ob er nun »Osama bin Laden«, »Usama bin Ladin« bzw. »Al Qaida« oder »El Khaida« (hier ist auch die Aussprache nicht eindeutig) zu schreiben hat. Sind eventuell auch jeweils beide Schreibweisen falsch? Seltsamerweise fehlt auch »Anthrax«, orthographisch keinesfalls trivial. Mit dem Euro geht das DUW nicht besser um. Unter »ankrallen« steht noch immer »30 Mark«. Das »Starter-Kit« bzw. »Starterkit« - und hier wird der Nachschlagebedarf deutlich - wurde nicht aufgenommen, dabei hat die Neuregelung gerade bei englischen Begriffen ein Chaos ohnegleichen hinterlassen.
Auf dem Einband findet man nun nicht mehr, wie noch vor zwei Jahren, den Hinweis auf »mehrere Hunderttausend Angaben«, sondern wieder - wie in der bewährten Orthographie - »mehrere hunderttausend Angaben zur Rechtschreibung«, und auch unter dem Eintrag »hunderttausend« wird ausschließlich die traditionelle Regelung vorgestellt - durchaus zu begrüßen.
Leider läßt die Neuregelung der Rechtschreibung an anderen Stellen keine so großen Freiheiten, und auch vor dem Beispiel »Es tut mir sehr, schrecklich Leid« schrecken die Bearbeiter nicht zurück. Bekanntlich können Wortgruppen wie »Aufsehen erregend« oder »Kosten sparend« nicht prädikativ gebraucht werden. Da die neue Orthographie in solchen Fällen aber keine Zusammenschreibung mehr zuläßt, muß sich die Redaktion anders behelfen: Lesen wir 1989 noch den Satz »Die Bezahlung ist zufriedenstellend« und unter »Bürzeldrüse« »... um das Gefieder wasserabstoßend zu machen«, so finden wir 1996 tatsächlich die Ungeheuerlichkeiten »Die Bezahlung ist zufrieden stellend« und »Wasser abstoßend machen«. Inzwischen will das Universalwörterbuch zumindest davon nichts mehr wissen. »zufriedenstellend« wurde durch »erwartungsgemäß« ersetzt, und die unschuldige »Bürzeldrüse« mußte aus dem Buch völlig verschwinden, weil die Dudenredaktion auf die Schnelle kein Synonym für »wasserabstoßend« fand. Unter »stimmen« finden wir bei derselben Redewendung »zufrieden stellend«, unter »sauber« liest man wieder »zufriedenstellend«, und als Lemma wurde »zufriedenstellend« im DUW ohnehin nie getilgt - anders als im Rechtschreibduden. Wenn man gezielt danach sucht und vergleicht, entdeckt man viele weitere solche Beispiele.
Orthographisch findet man kaum Änderungen im Vergleich zur Vorauflage, von wenigen Ausnahmen wie »insonderheit« (1989), »in Sonderheit« (1996), »insonderheit« (2001) und »in Sonderheit« (2003) einmal abgesehen. Dabei wäre dies durchaus vonnöten gewesen, denn die Neuauflage verordnet weiterhin »Kosten sparend« (aber nur »raumsparend«), »Strom sparend« (aber nur »energiesparend«) und viele weitere solcher Auseinanderreißungen, während in all diesen Fällen der Rechtschreibduden bereits vor drei Jahren zur Zusammenschreibung zurückgekehrt ist - zwar gegen den Wortlaut der amtlichen Neuregelung, aber zu begrüßen. Wir finden nur »heilbringend«, aber nur »Unheil bringend« (aber wiederum »unheilverkündend«). Das Wort »furchterregend« ist wiederhergestellt, und zwar mit dem Beispiel »ein furchterregender Anblick«. Unter dem Stichwort »Furcht« finden wir jedoch nur »ein Furcht erregender Anblick«, ebenso bei »gewinnbrigend«, »platzsparend« usw. Obwohl diese Mißstände schon 2001 bekannt waren, bemühen sich die Bearbeiter nicht, sie zu beseitigen.
Das Durcheinander bei den Verbindungen mit »wohl-« ist nicht kleiner geworden, und so schreibt unser Wörterbuch weiterhin »wohl beraten« (aber nur »wohlbehalten«), aber »wohlerzogen« (aber nur »wohl behütet«), jedoch wiederum »wohl geordnet« (aber nur »wohlgeformt«) vor. Bei »wieder-« und »hoch-« sieht die Sache nicht viel besser aus. Hatte sich der Duden 1996 mit der Fehldeutung »wieder sehen« lächerlich gemacht, die in Tausende von Schulbüchern - im übrigen bis heute meist unkorrigiert - übernommen wurde, so bleibt es im Universalwörterbuch beispielsweise auch jetzt noch bei »wieder herrichten«, aber »wiederherstellen«, obwohl beide Konstruktionen exakt gleich gebaut sind. Wir finden bei »hochgefährlich« nur die Zusammenschreibung, »hoch empfindlich« ist nur getrennt zulässig. Es soll nur »hoch qualifizierte« Akademiker, aber nur »hochbegabte« Schüler geben, während die Duden-Rechtschreibung im letzteren Fall zusätzlich auch noch die Getrenntschreibung kennt. Die Beispiele könnte man unbegrenzt fortführen. Interessanterweise sind in sämtlichen Wörterlisten, die der Duden herausgegeben hat, um dem gemeinen Volk die Neuregelung näherzubringen, die Wörter mit »hoch-«, »wieder-« und »wohl-« grundsätzlich ausgespart - aus gutem Grund, wie wir sehen.
Mit Erstaunen sehen wir den Eintrag »Shooting-Star«, dabei ist das genau die durch die Reform abgeschaffte bisherige Schreibung. Die sogenannte neue Rechtschreibung will nur noch »Shootingstar« oder »Shooting Star« zulassen. Das im amtlichen Regelwerk ausschließlich zugelassene »nochmal« ist noch immer nicht berücksichtigt worden. Es heißt weiterhin »noch mal«. Diese Änderung hatte anfangs sogar der Rechtschreibduden übersehen und zudem bis heute nicht richtig umgesetzt.
Die Angaben zur Silbentrennung sind nicht überzeugend. Wir finden »De-odorant« (aber nur »Deo-roller«), »ge-ogen« (aber nur »Geo-logie«), »Hagi-ographie« (aber nur »Geo-graphie«), »Kry-olith« und »Kry-otron« (aber nur »Kryo-therapie«) und vieles mehr. Wenn schon nicht alle absurden Trennungen des Rechtschreibdudens angegeben werden, so sollte man bei der Auswahl der Trennstellen zumindest einigermaßen konsequent sein.
Davon, daß dies eine „überarbeitete" Auflage sein soll, ist nicht viel zu sehen. Die Dudenredaktion hat es nicht gewagt, im Vorgriff auf die im Jahr 2005 zu erwartende Totalrevision der Neuregelung eigenmächtig etwas zu ändern. Wer das DUW jetzt erwirbt, muß sich im klaren sein, daß das Buch bereits dann - zumindest orthographisch - wieder Makulatur sein wird.
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