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am 13. Juni 2005
Auch wenn es in Deutschland, bzw. in ganz Europa, heute kaum noch Jiddisch-Muttersprachler gibt, lohnt es sich, sich ein wenig mit dieser Sprache zu befassen -- nicht nur, weil die jahrhundertelang als "Gaunersprache" u.ä. disqualifizierte Sprache im 19. Jahrhundert zur Literatursprache avancierte (es gibt sogar einen Literaturnobelpreisträger: Issac Bashevis Singer), sondern auch, weil keine andere Sprache enger mit dem Deutschen verwandt ist als die jiddische. Und dann gibt es ja noch zahlreiche Lehnwörter aus dem Jiddischen: Mischpoke, Schickse, Bärches, Chuzpe, meschugge, Schlamassel, Schabbes-Goj...
Eigentlich ist das Jiddische ja eine selbständige Sprache, sodass eigentlich ein "richtiges" Wörterbuch Jiddisch-Deutsch das Nachschlagewerk der Wahl wäre -- eigentlich. Tatsächlich nämlich ist das Jiddische sehr eng mit dem Deutschen verwandt, viel enger als z.B. Niederländisch oder Schwyzerdüütsch. Besonders Süddeutschen dürfte das schon aufgefallen sein. Wenn man ein wenig über die Entstehung des Jiddischen weiß, ist das kein Wunder: Die Sprache basiert im wesentlichen auf dem Mittelhochdeutschen des 15. Jahrhunderts, als viele Juden wegen der immer bedrückenderen Verfolgung in Deutschland ins damals relativ liberale Polen-Litauen auswanderten. Im Laufe der Jahrhunderte nahm das Jiddische zahlreiche Wörter und grammatische Konstruktionen aus den slawischen Sprachen auf, besonders aus dem Polnischen und Russischen, sodass der Wortschatz -- und um den geht es ja vor allem bei einem Wörterbuch -- sich vor allem aus deutschen, hebräischen und slawischen Elementen zusammensetzt. Nachdem während des Holocausts die meisten Jiddisch-Sprecher ermordet wurden, findet man heute die größte Sprechergemeinschaft allerdings in New York, und wie es sich für eine lebende Sprache gehört, gibt es inzwischen im jiddischen Wortschatz auch recht viele Entlehnungen aus dem Englischen -- ein Umstand, auf den der Herausgeber Ronald Lötzsch in seinem sonst erfreulich informativen Vorwort leider nicht hinweist. Und auch nach jiddischen "Anglizismen" sucht man im Wörterverzeichnis leider vergebens.
Die eigentliche Krux beim Jiddischen ist, dass es normalerweise in hebräischen Buchstaben geschrieben wird -- keine kleine Hemmschwelle, wenn man sich ein wenig über eine Sprache informieren will, die man eigentlich (schon wieder: "eigentlich") ziemlich gut versteht. Nun kann man freilich eine in fremdem Alphabet geschriebene Sprache mit lateinischen Buchstaben wiedergeben (transkribieren), aber da die hebräische Schrift i.d.R. keine Vokale bezeichnet, und da es zahlreiche Aussprache-Varianten im Jiddischen gibt (am bekanntesten sind die litauische und die galizische), existieren verschiedene Systeme der lateinischen Umschrift. Lötzsch löst dieses Dilemma, indem er sich weitgehend an derzeit gebräuchlichen Systemen (aus russisch-jiddischen und amerikanisch-jiddischen Wörterbüchern) orientiert, diese aber an die Lesegewohnheiten deutscher Benutzer angleicht.
Neben dem recht umfangreichen Wörterverzeichnis (leider nur jiddisch-deutsch) enthält dieses Wörterbuch im Anhang auch die wichtigsten Regeln zur Formenbildung und Grammatik des Jiddischen -- gerade soviel, wie man zum Verständnis benötigt.
Das Duden-Taschenbuch "Jiddisch" ist also kein Wörterbuch im engeren Sinne; darauf weist auch der Herausgeber in seinem Vorwort hin. Er hat nur solche Wörter aufgenommen, die sich von ihrem deutschen Äquivalent unterscheiden oder aber in Redewendungen vorkommen, die man im Deutschen nicht kennt. Neben den bereits angemahnten "Jiddisch-Anglizismen" könnte man noch beanstanden, dass der Wortschatz den Bedarf von ca. 1900 deckt; die Moderne ist hier noch nicht so ganz angekommen. Aber auch wenn man es vielleicht nicht glaubt: Das Jiddische kennt Ausdrücke z.B. für "Kotflügel" und "Badehose".
Vielleicht erklären sich diese Mängel daraus, dass dieses Wörterbuch nicht in erster Linie für den wissenschaftlichen Gebrauch gedacht ist. Hingegen eignet es sich vorzüglich zum Nachschlagen, wenn einem z.B. bei einem osteuropäischen Autor (beliebiger Nationalität!) ein jiddisches Wort unterkommt -- dies auch ein Tipp für Übersetzer. Vor allem aber eignet es sich zum neugierigen Stöbern und Blättern, zum Staunen, zum Bewundern einer sehr anschaulichen, farbigen Sprache.
Unter der Voraussetzung, dass das "Jiddische Wörterbuch" vor allem für Neugierige und Interessierte ohne größere Vorkenntnisse gedacht ist, gibt's trotz der Mängel 4 Sterne -- auch wegen des Vorworts.
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Nicht etwa das Niederländische oder das Englische sind die dem Deutschen nächstverwandten westgermanischen Sprachen, sondern das Jiddische, das eine besonders hohe Übereinstimmung mit der ostmitteldeutschen Dialektform vorweist.
In einem an Details reichen Vorwort macht der Autor Ronald Lötzsch den Leser mit der Geschichte der hebräisch-aramäisch-deutschen Synthesesprache bekannt, die, um slawische Bestandteile erweitert, im 19. Jahrhundert als "Leschon Askenas", Iwre-Deutsch oder Jüdisch-Deutsch auch zu einer Literatursprache werden sollte.
Dem alphabetischen, 160seitigen Verzeichnis mit cirka 8000 jiddischen Begriffen sind Hinweise für dessen Benutzung und ein Abkürzungsverzeichnis vorangestellt. Der Anhang bietet neben dem hebräischen Alphabet eine Kurzgrammatik zur Formenbildung im Jiddischen und Originale/Übersetzungen von zwei Texten aus B.-J. Bialostockis Buch "Jidischer Humor und Jidische Lejzim".
Das von Ronald Lötzsch durchgesehene "Jiddisches Wörterbuch" gehört zu den "Duden-Taschenbüchern", die eine wertvolle Ergänzung zum zwölfbändigen Duden darstellen. Als Zeugnis einer einzigartigen Geschichte und Kultur kann das Büchlein, das den Leser zudem wegen der vielen aus dem Jiddischen stammenden, heute gebräuchlichen Begriffe (z. B. Chúzpe, Mischpóche, Masl-Tów usw.) verblüffen wird, uneingeschränkt empfohlen werden. 5 Amazonsterne!
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am 29. August 2013
Das Buch gibt einen Überblick über die wichtigsten Jiddischen Wörter und eine Einführung in die Grammatik. Ich hatte mir es jedoch umfassender - sie eben den gewöhnlichen Duden vorgestellt. Was mir fehlt ist auch die Schriftweise der Wörter in der Hebräischen Schrift.
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am 17. Oktober 2010
Für das Begreifen und das Interpretieren von jiddischen Texten in ashkenasischen Volksliedern aus Russland, war dieses Büchlein für mich sehr hilfreich. Komplett ist ein Wörterbuch nie, es gibt also jiddische Worte, die nicht aufgenommen sind, aber die kann man dann irgendwo anders finden.
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am 28. Dezember 2015
Ich habe in diesem Wörterbuch alles, was ich gesucht habe, gefunden. Der wichtigste Wortschatz, Grammatik und kurze Einführung waren für meine Erwartungen völlig ausreichend.
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