Von der Breite her deckt der Informatik-Duden genau das ab, was ich mir erwartet hätte: Die Informatik, theoretisch wie praktisch. Die Tiefe ist durchaus beachtlich, zum Beispiel wird z.B. bei B-Bäumen nicht nur erklärt, worum es geht und wozu sie gut sind, sondern wird auch genau angegeben, wie man darin sucht, darin einfügt und daraus löscht. Das ist genau die Art von Information, die ich von einem Fachwörterbuch Informatik erwarten würde.
Mangelnde Aktualität kann ich dem Werk beim besten Willen nicht ankreiden. Einerseits ändern sich die theoretischen Grundlagen nicht wirklich, andererseits ist es nicht die Aufgabe eines einbändigen Lexikons, die jeweils modernsten und vielleicht noch gar nicht genau ausgearbeiteten Algorithmen wiederzugeben.
Der Informatik-Duden ist ein Nachschlagewerk, das man auch als (werdender) Informatiker zumindest während Schule und Studium (in meinem Fall aber auch danach) gut brauchen kann. Auch für(sehr) interessierte Laien oder in verwandten Themen Tätige ist es ein durchaus brauchbares Nachschlagewerk, weil alle Themen recht verständlich beschrieben sind.
Wer hingegen nur grundlegende Informationen sucht, dafür aber vielleicht mehr konkret Anwendbares (z.B. Tipps, wie man am heimischen Windows-PC Backups macht), ist beim Informatik-Duden falsch und beim Computer-Brockhaus aus derselben Verlagsgruppe wahrscheinlich richtig aufgehoben. Der Computer-Brockhaus kostet etwas mehr, geht aber aus Sicht der Informatik weit weniger in die Tiefe, deckt dafür eine breitere Thematik ab (z.B. die Geschichte der Heimcomputer).