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Dubliner
 
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Dubliner [Taschenbuch]

James Joyce
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Produktinformation

  • Taschenbuch
  • Verlag: Suhrkamp (2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518399713
  • ISBN-13: 978-3518399712
  • Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 10,8 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.530.814 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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James Joyce
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

"Dublin ist eine so kleine Stadt; jeder weiß, was jeder andere treibt", sinniert der Junggeselle Mr. Doran, der die Tochter seiner Zimmerwirtin in Schwierigkeiten gebracht hat. Und der reiselustige Gallaher seufzt zufrieden: "Ich fühl mich viel wohler, seit ich wieder im lieben schmuddeligen Dublin an Land gegangen bin."
Meisterhaft erzählt Joyce vom Leben in Dublin, von kleinen Angestellten, von der guten Gesellschaft, von Dienstmädchen und Pensionswirtinnen, "die alle ihre Fröhlichkeit durch die Sünde oder den Gedanken an die Sünde bewahren", wie zum Erscheinen des Buches 1914 im Manchester Guardian zu lesen war.

Auszug

Es gab keine Hoffnung für ihn diesmal: es war der dritte Schlaganfall. Abend für Abend war ich an dem Haus vorbeigegangen (es war Ferienzeit) und hatte das erleuchtete Fensterviereck studiert: und Abend für Abend hatte ich es in der nämlichen Weise erleuchtet gefunden, schwach und gleichmäßig. Wenn er tot wäre, dachte ich, würde ich den Widerschein von Kerzen auf dem nunmehr dunklen Rouleau sehen, denn ich wußte, daß zu Häupten eines Leichnams zwei Kerzen aufgestellt werden müssen. Oft hatte er zu mir gesagt: Lange bin ich nicht mehr von dieser Welt, und ich hatte seine Worte für leeres Gerede gehalten. Jetzt wußte ich, daß sie wahr waren. Jeden Abend, wenn ich zu dem Fenster hinaufsah, sagte ich leise das Wort Paralyse vor mich hin. Es hatte immer seltsam in meinen Ohren geklungen, wie das Wort Gnomon im Euklid und das Wort Simonie im Katechismus. Doch jetzt klang es mir wie der Name eines übeltäterischen und seidigen Wesens. Es erfüllte mich mit Furcht, und doch verlangte es mich, ihm näher zu sein und sein tödliches Werk zu betrachten.

Old Cotter saß am Feuer und rauchte, als ich zum Abendessen herunterkam. Während meine Tante mir meinen Haferbrei ausschöpfte, sagte er, als käme er auf eine eigene frühere Bemerkung zurück:

- Nein, ich würde nicht gerade sagen, daß er... aber er hatte so etwas Komisches... so etwas Unheimliches an sich. Wenn ihr meine Meinung hören wollt...

Er begann, an seiner Pfeife zu ziehen, und legte sich zweifellos in Gedanken seine Meinung zurecht. Langweiliger alter Dummkopf! In der ersten Zeit unserer Bekanntschaft war er noch ganz unterhaltsam gewesen, wenn er vom Entgeisten und Kühlen erzählte; aber ich war seiner und seiner endlosen Geschichten über die Brennerei bald überdrüssig geworden. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Meisterwerk 10. März 2005
Format:Taschenbuch
Die fünfzehn Erzählungen von James Joyce (1882 - 1941) sind zwischen 1904 und 1907 entstanden. Wegen einigen Bagatellen - die nicht einmal vor hundert Jahren als anzüglich galten - und der strafrechtlichen Haftung der Drucker für den Inhalt ihrer Erzeugnisse, erschien "Dubliners" erst 1914. Die Erzählungen sind immer noch modern, aber es ist nicht die schonungslose direkte Rede, die heute wegen der inflationären Verwendung kein Erstaunen mehr hervorruft, es sind die mitgeteilten Gedanken und Empfindungen, die inneren Monologe, der angedeutete (und in "Ulysses" vollkommen durchgebildete) "stream of consciousness", es ist die in Blitzlichter getauchte Psyche, die "Dubliners" derart faszinierend und das Buch zu Recht zu einem Klassiker der Weltliteratur macht, ein Klassiker, der zudem bis heute kein bisschen Staub angesetzt hat. Die Inhalte der Erzählungen, die Freuden und Sorgen, beschäftigen die Menschen damals wie heute: Erzieherische Fürsorge und jugendliches Aufbegehren ("Die Schwestern"), Lausbubenstreiche ("Eine Begegnung"), unerreichbare Liebe ("Arabia"), Fernweh und unglückliche Hingebung ("Eveline"), gesellschaftliches Auftreten, Glücksspiel und Prahlerei ("Nach dem Rennen"); männliche (!) Prostitution und Leben am Rand ("Zwei Kavaliere"), Entehrung einer jungen Frau ("Die Pension"), beruflicher Erfolg, Schriftstellerträume und eine junge, schon erkaltete Ehe ("Eine kleine Wolke"), persönliche, an den Arbeitsplatz getragene Probleme, Alkohol, geschlagene Kinder ("Entsprechungen"), selbstlose Aufopferung einer alten Jungfer ("Erde"), Erstarren in Konventionen und kurzzeitiger Ausbruch ("Ein betrübliches Ereignis"), Politik, Wahlen und Intrigen ("Efeutag im Sitzungszimmer"), übertriebene Sorge um die Karriere der Tochter ("Eine Mutter"), Kirche ("Gnade"), ein gesellschaftliches Kaleidoskop an einer Party und "Gericht-Halten" mit dem eigenen Leben ("Die Toten"). Wiederkehrend in den Erzählungen sind finanzielle Probleme (Joyce war mausarm), Alkohol, die Selbstbestimmung Irlands, Kunst und Selbstverwirklichung, Kirche, Konventionen und gesellschaftliches Auftreten. Die Erzählungen sind mit Ausnahme der letzten zwei recht kurz, aber umfassend in den Betrachtungen, so dass man sich nach der Lektüre des Gefühls, einen guten Einblick in das Dublin der damaligen Zeit erhalten zu haben, nicht erwehren kann. Das Buch ist zudem auch als Ganzes durchkomponiert. Die Erzählungen beginnen mit der Jugend und reichen mit zunehmender Seitenzahl von der Adoleszenz über die berufliche Schaffenskraft bis hin zum Tod, kontrapunktisch dient in der ersten Erzählung ein alter Mann als Toter, wo hingegen in der letzten ein Jüngling gestorben ist. Meisterhaft.
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21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Joyce für Einsteiger 19. März 2003
Format:Taschenbuch
Neulich hörte ich in einem Cafe ein junge Frau sagen, sie hätte den Ulysses nach einer halben Stunde in die Ecke gefeuert. Da habe ich ihr dieses Buch empfohlen. Wer noch nichts von Joyce gelesen hat, sollte hiermit beginnen. Einiges liest sich ziemlich schwer, aber man gewöhnt sich sehr schnell daran und wird nicht mehr losgelassen. Man kann die Gedankenspiele, Wandlungen und die Hirnakrobatik erahnen, die die späteren Werke Joyce zu etwas so Besonderem machen. Ich hoffe nur, die junge Frau hat meinen Rat befolgt.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von lema1971
Format:Taschenbuch
Über Kurzgeschichten zu urteilen, ist nie einfach, da die Vorgeschichte der Charaktere nicht offensichtlich auf der Hand liegen. Bei diesem Buch trifft dies ganz besonders zu, da man bei der ersten Geschichte ("Die Schwestern") hineingeworfen wird. In den weiteren Geschichten geht es dann, ähnlich Ulysses, traurig ("Ein betrüblicher Fall"), lustvoll ("Die Pension", Zwei Kavaliere") oder tragisch ("Entsprechungen") voran. Wem Ulysses zu dick/schwierig/überladen erscheint, dem sei empfohlen, vorab diese Kurzgeschichten zu lesen.
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