Wer eine solide Fortsetzung der Dead Can Dance Tradition sucht, ist mit diesem Album bestens beraten. Wie gewohnt thront die unvergleichliche Stimme Lisa Gerrards ewig jung und ewig alt über einer mal rhytmischen, mal meditativ ruhigen Instrumentalisierung. Leider krankt das Album aber auch an einer, wie ich finde, alten Dead Can Dance Schwäche: man kann sich wunderbar eine Auswahl einzelner Songs anhören, eine in sich stimmige Platte kommt aber wegen der einfach zu verschiedenen Songatmosphären nicht zustande. Dass L. Gerrard beispielsweise in "Human Game" eine kinderliedhafte Meldodie mit auch noch englischem Text singt, beisst sich geradezu mit dem direkt darauffolgenden dunkel-choralaartigen "The Circulation of Shadows". Eines sei denen, die (wie ich) vor allem die ruhigen meditativen Stücke der Dead Can Dance mochten, noch besonders empfohlen: Der Song "Sacrifice" ist mit weitem Abstand das schönste, was ich von Lisa Gerrard als Sängerin je gehört habe. Zusammen mit den wunderschönen Harmonien und dem dezenten Hintergrund führt die arabeskenreiche Stimme langsam zu einem Höhepunkt um von dort (fast kann man sagen geläutert) wieder hinabzusinken. Selten so ewtas gehört.