Erfrischende Trainingsanleitung für Koordinationstraining welches reitweisenübergreifend anwendbar ist.
Grundsätzlich bekommt man einen Einblick, wie Pferde wirklich lernen. Auch beim Pferd sind Körper, Geist und Seele nicht voneinander zu trennen. Das erste angewandte Prinzip der Dual - Aktivierung ist die Zusammenschaltung der beiden Gehirnhälften. Normalerweise braucht ein Fluchttier diese Zusammenarbeit der Gehirnhälften nicht, es ist meist Rechts-Hirn dominiert ausgelegt, da darüber die instinktiven Verhaltensmuster gesteuert werden. Das stellt uns vor ganz konkrete Probleme, z. B. dass man einem Pferd eine Übung immer von beiden Seiten beibringen muß. Wir sind also durch die DA in der Lage das Pferd zum Beidhänder zu erziehen und erschlagen dann auch ganz nebenbei einige Probleme mit der Geraderichtung.
Es ist ein ziemlich einfaches Prinzip dessen man sich hierbei bedient. Einmal nutzt man die Erkenntnis, dass Pferde Gelb und Blau als eigenständige Farben wahrnehmen und alles andere in Graustufen. Und dann die rechts - links - Wechsel der Augen. Da die Augen mit der diagonal liegenden Gehirnhälfte verbunden sind, gehts also bei dem Training immer um links - rechts - links - rechts - links - rechts - links - rechts - etc.... so dass das Gehirn einfach die Regionen zusammenschaltet. Wenn das passiert haben wir ein neues Phänomen und zwar ein Pferd, was seine Entscheidung zur Flucht / Angst etc. wieder rückgängig machen kann (was sonst nicht der Fall ist, regt sich die ganze Stunde auf, weiß aber nach 2 Minuten gar nicht mehr warm).
In der heutigen Zeit ist es notwendig, dass wir einen der Umwelt angepassten Partner Pferd haben. Da mit Bodenhindernissen (gelbe und blaue Schläuche und Hütchen) trainiert wird, kann jede Reiteinheit (vom Anfänger bis zum Fortgeschrittenen) interessant und abwechslungsreich gestaltet werden.
Ausserdem ist es ein ganz effektives Training zur Geraderichtung, was wir in jeder Reitweise benötigen. Dieses System wir auf die Dauer einen sehr entscheidenden Trainingsvorteil bieten, also warum warten, bis andere das für sich entdeckt haben?
Reiterliche Grüsse, Andrea Keuchel