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Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.11.2002
Sachlichkeit im Sinne nüchterner Objektivität ist nicht das Konzept dieses Lexikons. Die einzelnen - insgesamt 40 - Artikel haben eine starke essayistische Tendenz, die Autoren sind keineswegs nur Kunsthistoriker. Erwähnt und zitiert werden die "Popintellektuellen" Diedrich Diederichsen und Tom Holert, auch Ulf Poschardt, der sich mit "Camp" befasst - und gerade dieses Ausfransen des Kunstdiskurses, in Richtung Pop oder Film, Theorie oder Werbung sei ja überaus charakteristisch, meint die Rezensentin Gisa Funck, für den gegenwärtigen Zustand der Kunst, deren Autonomie angesichts fortgesetzter Grenzüberschreitungen längst in Frage stehe. Das muss das Lexikon gar nicht als These vor sich her tragen, das ergebe sich, als Bestandsaufnahme, durch Auswahl von Autoren und Themen "patchworkartig", so Funck, wie von selbst. Klingt nach großem Lob.
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Kurzbeschreibung
Zeitgenössische Kunst ist im landläufigen Sinne nicht eingängig, sondern fußt auf verschiedenartigen Voraussetzungen und differenziert sich in vielfältige Strömungen und Positionen aus. Bis in die 60er Jahre hinein orientieren wir uns noch weitgehend an gattungs- und stilsignifikanten Begriffen, in den letzten drei Jahrzehnten entwickelte die international vernetzte Kunstproduktion und -rezeption ein Theoriebewusstsein und eine Fachbegrifflichkeit, deren Diskursivität der Erläuterung bedarf. Daraus resultiert bei Kunsthistorikern, Künstlern und Studenten, bei Kritikern, Übersetzern, Sammlern und vielen anderen Interessierten das Bedürfnis nach kompakten, übersichtlich strukturierten Informationen zur zeitgenössischen Kunst.
Anders als in traditionellen Lexikonartikeln hat der Herausgeber des Buches, Hubertus Butin, eine Textkonzeption erarbeitet, die grundlegende Begriffe und Phänomene in der Kunst der letzten 30 Jahre prägnant beschreibt und kritisch diskutiert. Das Lexikon v erzeichnet etwa 70 zentrale Begriffe, mit deren Erläuterung Butin über 40 Autorinnen und Autoren aufgrund ihrer ausgewiesenen Kennerschaft beauftragt hat. Der inhaltliche Schwerpunkt der Publikation liegt auf den 70er, 80er und 90er Jahren bis zur Gegenwart; einige Begriffe aus den 60er Jahren erscheinen jedoch als unverzichtbar, weil sie paradigmatische Bedeutung gerade für die 90er Jahre besitzen.