Auf rund 400 Seiten bietet das Buch einen guten Überblick über Kunst und Geschichte der Gardaseeregion und des Trentino - inklusive von Verona, Mantua, Trient und Brescia. Die Einleitung schildert den Naturraum, die Geschichte und Kunstgeschichte der Region. Daran anschließend folgen - in reisefreundlicher Reihenfolge - detaillierte kunstgeschichtliche Darstellungen zu den einzelnen Orten. Auch Naturschönheiten werden nicht vergessen.
Einige Schwächen fallen ins Auge:
- Die Verfasser geizen nicht mit pointierten Bewertungen der mittelalterlichen (Kirchen-)Geschichte. In der Massierung wirkt dies jedoch deplaziert. Vielfach (z.B. bei der Darstellung des Investiturstreits) wird ein veralteter Forschungs- und Wissensstand transportiert. Gelegentlich wünschte man sich anstelle ironischer Kommentare etwas mehr sachliche Information (z.B. bei der Schilderung des "Vittoriale degli Italiani" S. 135f).
- Kunst und Geschichte scheinen um 1800, spätestens um 1918 abzuberechen. Die Geschichte seit 1500/1600 (!) - und da hat die Gardaseeregion und das Trentino doch einiges zu bieten - wird nur kursorisch geschildert. Auch technikgeschichtliche Denkmäler - abgesehen von der "Gardesana" - werden kaum beschrieben.
Resümee: Trotz dieser ärgerlichen Schwächen ein für den kunst- und kulturgeschichtlich interessierten Reisenden empfehlenswertes Buch, das dem Rezensenten schon viele wertvolle Dienste geleistet hat.