Eigentlich habe ich seit Jahren nur gute Nutzungserfahrungen mit DuMont gemacht, doch vermutlich ist das Konzept dieser Reise-Taschenbücher praktisch nicht brauchbar.
Zuhause kann man das gut lesen, wenn man eh keine Ahnung von der Stadt hat, doch sich damit am Ort des kulturellen Begehrens zurechtfinden, also konkret in WIEN, bleibt nicht mehr als ein ernsthafter Versuch. Die ständigen Verweise auf einen anderen Buchabschnitt - wo nicht ein erweiterter oder vertiefender Kontext zu finden ist, sondern unmittelbar Beschreibendes - nerven total und erfordern eine große Anzahl von eingelegten Zettelchen, die schließlich wiederum das Suchen innerhalb der Merkzettelbereiche einleiten.
Angaben zur Erreichbarkeit der Sehenswürdigkeiten sind dünn, die dazugehörige Kartenseite (Detailplan) ist zu winzig, um damit Klärung zu bewirken. Eine ausklappbare Version der Stadtteil-Detailpläne wäre sinnvoll gewesen und hätte die Örtlichkeiten auch erkennbar dargestellt. Leider wirkt sich die ganz schöne, gestalterische Idee, viele Beschreibungsseiten mit einem grüngrauen oder manchmal blaugrauen Hintergrund aufzupeppen, negativ aus, da in dunklerer U-Bahn oder Tram-Bahn, aber auch im atmosphärischen Cafè der Kontrast zur Schrift zu gering wird und das Lesen keinen Spaß macht.
Wir kamen mit dem Begleitheftchen zur WienCard während des Aufenthaltes besser zurecht. Wie gesagt, Lektüre für daheim oder im Zug - okay, aber als Taschenbuch vorort nicht zu empfehlen! Der Gesamt-Stadtplan im Anhang verschafft Übersicht, doch zum danach etwas Suchen auch zu klein gedruckt (Anm.: ich bin weder sehschwach, noch quält mich ein Augenleiden).
Also: Richtigen Kunst- und Kulturführer kaufen und ordentlichen, großen Stadtplan dazu, dann das Heftchen von Wien-INFO ergänzend und man ist hervorragend ausgestattet. Finger weg von dieser bemühten Zusammenstellung!