Wir waren Ende Juli 2010 mit dem Samos-Reiseführer für zwei Wochen in Karlovassi an der Nordküste. Einen Mietwagen haben wir uns nicht geleistet, stattdessen haben wir so ziemlich alles in erreichbarer Nähe erwandert. Positiv ist uns am Reiseführer die Aufmachung und Vielseitigkeit der Tipps aufgefallen (von Sehenswürdigkeiten über Shopping bis hin zu Insidertipps), allerdings waren diese oft ungenau.
Hier das, was uns aufgefallen ist:
- Potami-Wasserfälle: Im Reiseführer ist nur der erste beschrieben, de facto gibt es jedoch drei. Die beiden anderen sind über die steile Treppe zum Restaurant "Archodissa" (übrigens sehr zu empfehlen!) zu erreichen. Während der erste Wasserfall von dem Moment an, wo man sich in den Fluß begibt, innerhalb von 5-10 Minuten zu erreichen ist, erfordert vor allem der dritte Wasserfall mehr Geschick und Zeit (ca. 1 1/2 Stunden einfacher Weg), da der Weg länger ist und größere Felsen überklettert werden müssen. Dafür ist es der Schönste. Punktabzug, dass sie im Führer einfach übergangen werden.
- Seitani-Strand: Sehr optimistische Zeitangaben für den Weg. Ich würde uns als durchschnittlich fit bezeichnen und wir haben für den Weg zu Megalo Seitani statt 75 Minuten etwas weniger als zwei Stunden gebraucht. GRÖßTER FEHLER: Entgegen der Reiseführerbeschreibung gibt es keine Taverne vor Ort. Nein, auch nicht im Hochsommer. Ein Grieche aus einem Ferienhaus dort meinte, dass die nächste Taverne bei Potami (dort, wo wir gestartet sind) zu finden sei und es immer nur die Deutschen seien, die nach einer Taverne fragen. Das ist ein extrem grober Schnitzer von Marco Polo, da wir uns darauf eingerichtet hatten, vor Ort volle Trinkwasserflaschen zu bekommen - ohne Wasser wird das Wandern nicht unbedingt leichter!
- Fischerkneipe "Rémetzo" in Karlovassi: Das Essen war zwar lecker, die Portionen jedoch sehr klein und entgegen der Reiseführerbeschreibung auch nicht so preiswert, wie wir uns das vorgestellt hatten. Dass es freundlichere Bedienungen auf der Welt gibt, sei einfach mal so dabei gesagt... .
Kurz: Urlaub war schön, aber man sollte seinem Reiseführer nicht bedingungslos vertrauen!