Man hat sich beim Dumont Verlag Zeit gelassen mit einer Überarbeitung - aber sie ist gelungen.
Wer sich diesen Führer kauft will nicht nur in den Bienenwaben aus Beton bleiben, die sich um die großen und die ganz kleinen Strände gruppieren. Er will dem Dunstkreis der Sonnenöle entfliehen und eine unerwartet vielfältige Inselnatur entdecken. Dieses Taschenbuch hilft dabei.
Es ist sinnvoll, sich einen kleinen Wagen zu mieten aber eine gute Infrastruktur ermöglicht auch größere Strecken mit öffentlichem Bus zu nehmen. Ein übersichtlicher Busplan ist abgedruckt.
Klar strukturiert beginnen die Kapitel mit der Hauptstadt Las Palmas im Norden, beschreiben dann die einzelnen Küstenabschnitte im Uhrzeigersinn und stellen schließlich den Höhepunkt, das bis knapp 2000 m hohe bergige Zentrum mit seinem beherrschenden Felsturm Roque Nublo dar. So gewinnt man einen guten Überblick und kann von allen Küstenorten aus seine Touren leicht zusammenstellen und kombinieren. Nichts, was am Wegesrand zu sehen ist, bleibt unerwähnt: Ausblicke über die Insel, Tiefblicke in die wilden vulkanischen Schluchten, Einblicke in Kultur und Inselgeschichte, der Blick in Kochtöpfe, Bodegas und Läden mit landestypischen Spezialitäten wie Blütenkäse und alles was mit Mandeln zu tun hat.
Gute Farbbilder informieren und motivieren, Lageskizzen und Ortspläne vermitteln rasch Überblick und eine gute beiliegende Faltkarte lässt keine Orientierungswünsche offen.
Für jene, die nicht an Buchungen "all inklusive " gekettet sind, finden sich viele Anregungen für urige canarische Küche und Lokale.
Dem Erstbesucher würde es nicht schaden, wenn ein paar Angaben zum ungefähren Zeitbedarf für manche Strecken gegeben würden. Sie sind nie sehr lang (die Insel hat nur ca. 50 km Durchmesser) aber für tiefe Schluchten mit kurvenreichen schmalen Strassen, manche empfohlene, lohnenswerte kleine Wanderung und erst recht für den Genuss grandioser Landschaftsbilder braucht man Zeit, die anfangs etwas unterschätzt wird.
Buch und Insel sind gleichermaßen schön.