Wir werden unseren Urlaub in Norfolk verbringen. Leider ist das keine Gegend, über die es viele Reiseführer gibt. Um genau zu sein gibt es im deutschsprachigen Raum gar keinen.
Wir haben uns mittlerweile englischsprachige Literatur zugelegt und uns auch im Internet schlau gemacht. Aber auf wenigstens einen deutschen Reiseführer wollten wir nicht verzichten.
Und "Nord- und Mittelengland" von John Sykes deckt unsere Urlaubsgegend noch am Besten ab. Außerdem ist dieser Reiseführer Teil der Reihe "DuMont Reise-Handbuch". Mit dieser Reihe haben wir bisher gute Erfahrungen gemacht. Sie ist insbesondere für Individualreisende gestaltet. Damit liegen wir auf jeden Fall mal genau in der Zielgruppe.
Jeder Band bietet bis zu 25 Aktivtouren, die ausführlich beschrieben sind und auf einen Blick Dauer, Länge, Anforderungen sowie Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten darstellen. Ergänzt wird die jeweilige Tour durch eine Orientierungskarte. Außerdem werden die besten Ziele, Erlebnisse und Unternehmungen einer Region übersichtlich auf einer Doppelseite präsentiert. Das i-Tüpfelchen ist bei dieser Reihe die große Extra-Reisekarte zum Herausnehmen. Jeder Ort des Reiseführers ist mit einer Koordinate versehen und kann so einfach in der Karte gefunden werden. Zusätzlich hat die Reisekarte noch ein ausführliches Ortsregister.
Den Einstieg in den Reiseführer bieten 44 Seiten "Wissenswertes über Nord- und Mittelengland", die einen Allgemeinen Überblick über Natur und Umwelt, Geschichte, Gesellschaft und Alltagskultur, Architektur und Kunst sowie Essen und Trinken geben. Als nächstes wird auf 32 Seiten "Wissenswertes über die Reise" abgedeckt. Das ist der Teil, den ich immer sehr aufmerksam lese. Wir fahren diesmal mit unserem eigenen Auto und werden uns noch Informationsmaterial vom ADAC zukommen lassen. Aber für jede Information über z.B. Verkehrsschilder und Geschwindkeitsbegrenzungen bin ich dankbar. Außerdem wird hier auch noch das Thema Gesundheit und generelles zum Thema Einkaufen besprochen. Man wundert sich ja immer, wie unterschiedlich Öffnungszeiten in Europa sein können.
Kapitel 1 deckt mit 52 Seiten dann den Westen ab. Dazu gehört z.B. Oxford, die Cotswold Hills, Stratford-upon Avon und die walisische Grenze. Eine wirklich interessante Gegend, die für uns aber leider diesmal überhaupt nicht in Betracht kommt.
Kapitel 2 widmet sich mit 54 Seiten dem Nordwesten. Dazu gehört Liverpool, Manchester und der famose Lake Distrikt. Selbst, wenn wir diese Gegend diesmal nicht bereisen werden, steht der Lake Distrikt auf jeden Fall noch auf der Liste der Urlaubsgegenden, die ich in der Zukunft mal bereisen möchte.
Kapitel 3 betrifft den Nordosten und umfasst nur 31 Seiten. Dabei gibt es dort mit dem Hadrians Wall, der Küste von Northumberland und Newcastle-upon-Tyne so interessante Orte. Aber wahrscheinlich sollte man sich dafür noch einmal einen eigenen Reiseführer kaufen. Und irgendwann möchte ich den Hadrians Wall auch mit eigenen Augen sehen.
Kapitel 4 dreht sich um Yorkshire und hat 47 Seiten. Zu diesem Kapitel gehören die Yorkshire Dales, die North York Moores, York sowie West-Yorkshire.
Kapitel 5 widmet sich Mittelengland und hat erstaunliche 36 Seiten. Irgendwie scheint der Peak District, Birmingham, sowie Notthingham und Licolnshire nur bedingt interessant zu sein.
Kapitel 6 ist dann auch endlich unserer Urlaubsgegend gewidmet. Ostengland füllt 46 Seiten und deckt Cambridge und Fenland, die Küste von Norfolk, Norwich und Suffolk ab. 46 Seiten sind wirklich nicht viel. Zumal wir es wahrscheinlich kaum bis nach Cambridge schaffen werden. Der Ort, in dem wir unseren Urlaub verbringen wird sogar nur in zwei Sätzen kurz erwähnt. Schade.
Den Abschluss des Buches bilden dann ein sechsseitiges Register.
Auch wenn die 46 Seiten für unsere Urlaubsgegend wirklich knapp bemessen sind, habe ich einige interessante Informationen gefunden, die zumindest ein guter Anstoß dafür sind, für welche Orte oder Sehenswürdigkeiten ich mir mehr Informationen besorgen möchte. Ich gehöre zu den Leuten, die sich gerne vorher hinsetzen und eine Liste von den Dingen aufstellen, die sie gerne sehen möchten.
Als alleinige Informationsquelle reicht dieser Reiseführer wirklich nicht aus. Da wir unseren Urlaub in einer Ferienwohnungen verbringen werden und unsere Vermieter uns vorab schon mitgeteilt haben, dass sie uns eine Menge an Informationsmaterial zur Verfügung stellen können, bin ich relativ gelassen.
Dieser Reiseführer kann letztlich nicht mehr machen als eine groben Überblick zu geben. Er deckt eine unglaublich große Gegend Englands ab. Ich kann ihn für einen ersten Einstieg empfehlen und vergebe gerne vier Sterne.